Marktbericht
Stand: 12.12.2022 12:59 Uhr
Im Vorfeld von US-Schlüsseldaten und Notenbankentscheidungen warten die Anleger ab. Der DAX hat seine erste Schwächephase überstanden und seinen Verlust fast wieder wettgemacht.
Die Spannungen an den Finanzmärkten nehmen zu: Investoren erwarten, dass die drei Zentralbanken, die Federal Reserve, die EZB und die Bank of England, diese Woche die Zinsen nur moderat anheben werden. Davor dürften die US-Inflationsdaten morgen noch mehr Gewicht für die Aktienkurse haben.
Diese DAX-Marken sind kurzfristig wichtig
Die Anleger an der Frankfurter Wertpapierbörse haben ihre anfängliche Zurückhaltung weitgehend abgelegt. Der DAX konnte sein Minus im Laufe des Vormittags nach dem Anstieg der US-Futures deutlich abbauen, das vorläufige Tagesmaximum liegt bei 14.366 Punkten.
Sollte es dem deutschen Leitindex gelingen, die zum Handelsstart offene Kurslücke vollständig zu schließen und über das Hoch vom Freitag (14.386 Punkte) zu steigen, wäre dies ein Zeichen der Stärke. Auf der Unterseite sollten Anleger weiterhin die Unterstützung bei 14.149 beobachten.
Der DAX ging in der vergangenen Woche vom Rallye- in den Korrekturmodus, nachdem er von Anfang Oktober bis Ende November um mehr als 20 Prozent gestiegen war. Hauptgrund für diese Erholung waren sinkende Erwartungen für die US-Zinsen: Die Anleger erwarten nun fest eine Zinserhöhung der Fed um 50 Basispunkte am Mittwoch.
Wirtschaftsupdate vom 12.12.2022
Dorothee Holz, HR, 12.12.2022 09:46
Dow- und Nasdaq-Futures sind gestiegen
Entsprechend groß ist das Enttäuschungspotenzial: Sollte Fed-Chef Jerome Powell die Zinsen anziehen oder energischer über anstehende Sitzungen sprechen als zuletzt vom Markt erwartet, könnte das ein mögliches Weihnachtstreffen vereiteln.
Viel wird von der morgigen Veröffentlichung der US-Inflationsrate abhängen. „Sollte die US-Inflationsrate höher ausfallen als erwartet, würden Händler befürchten, dass die Fed den Zinserhöhungszyklus preislich und zeitlich verlängert“, warnt Marktexperte Robert Rethfeld von Wellenreiter-Invest.
Die Wall Street dürfte derweil freundlich in die Notenbankwoche starten. Die Futures auf den führenden amerikanischen Dow Jones Industrial Average legen derzeit um 0,2 Prozent zu. Nasdaq 100 Technologie-Pick-Index-Futures steigen um 0,3 Prozent.
Dollar schwach, Gold seitwärts
Im Devisenhandel zeigt der Dollar Schwäche. Gleichzeitig stieg der Euro im Mittagshandel um 0,4 Prozent auf 1,0565 US-Dollar. Gold kann seine Verluste ausgleichen: Derzeit werden 1794 $ für eine Unze Gold bezahlt.
Die Ölpreise beginnen bei leichten Prämien
Die Ölpreise starteten mit leichten Aufschlägen in die neue Woche. Mittags kostet ein Barrel (159 Liter) Nordseesorte Brent 75,55 US-Dollar. Das sind 0,2 Prozent mehr als am Freitag.
Symrise thront an der Spitze des DAX
Im DAX gibt es vereinzelt Positives: Zum einen hat die Symrise-Aktie an der Indexspitze mehr als zwei Prozent zugelegt. Zeitungen profitieren von positiven Branchenmeldungen: In Kopenhagen werden Aktien des Bioscience-Unternehmens Chr. Hansen fährt nach der Fusion mit Novozymes hoch.
Positive Analysten geben Beiersdorf Rückenwind
Ein weiterer DAX-Gewinner ist die Beiersdorf-Aktie, die rund ein Prozent höher notiert. Mit RBC und Morgan Stanley ließen zwei Analysten ihren Pessimismus für den Konsumgüter- und Klebstoffkonzern fallen.
Fresenius sehr schwach nach Warburgs Degradierung
Am Indexende wird die Fresenius-Aktie mit einem Abschlag von mehr als drei Prozent gehandelt. Analyst Christian Ehmann von Warburg Research hat seine Kaufempfehlung für die Aktie zurückgenommen. Die Dialyse-Tochter Fresenius Medical Care (FMC) bleibt eine Verbindlichkeit und sollte zum Marktpreis verkauft werden.
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