Marktbericht
Stand: 21.11.2022 12:47 Uhr
Die Statistik spricht für Aktien: In der Woche des US-amerikanischen Thanksgiving steigen die Aktienkurse regelmäßig. Aber der DAX hat bereits große Fortschritte gemacht.
Der DAX startete nach dem kleinen Verfalltag mit Verlusten in die Woche. Aber der Abwärtsdruck hält sich noch in Grenzen. Das vorläufige Tagesminimum liegt bei 14.327 Punkten; dies entspricht weniger als 0,7 Prozent.
Gewinnmitnahmen beim DAX
„Jetzt wird es spannend, ob nach dem kurzen Verfalltag die von vielen erwartete Korrektur einsetzt oder der Markt seinen Aufwärtstrend unbeirrt fortsetzt“, erklärt Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets.
Am deutschen Aktienmarkt sind bislang ohnehin nur vorsichtige Gewinnmitnahmen zu erkennen, der dominante Aufwärtstrend bleibt intakt. In den Wochen zuvor war der DAX um rund 22 Prozent gestiegen.
Das neue China macht sich Sorgen
Anfang der Woche waren die Anleger jedoch besorgt über den Ausbruch der Coronavirus-Pandemie in China. „Hoffnungen auf ein schnelles Ende der Null-Covid-Strategie können vorerst begraben werden“, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Anlageberater QC Partners. Chinas strikte Anti-Corona-Politik gilt als eines der größten Risiken für das globale Wirtschaftswachstum.
Wirtschaftsupdate vom 21.11.2022
Anne-Catherine Beck, HR, 21.11.2022 09:55
Dow Thanksgiving-Rallye?
Unterdessen kommt die Unterstützung für den DAX in dieser Woche aus der Statistik. Die technischen Analysten von HSBC weisen auf die statistische Besonderheit der „Thanksgiving Rally“ am US-Aktienmarkt hin. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind die US-Benchmarks in der Thanksgiving-Woche um durchschnittlich 0,6 Prozent gestiegen.
Vor Beginn dieser vielversprechenden Woche verzeichnete der Future des amerikanischen Leitindex Dow Jones Industrial Average jedoch leichte Verluste. Aktuell liegt er um 0,2 Prozent niedriger, nachdem Hakenjäger am Freitag Kurse gefahren sind.
Euro und Gold mit Kursverlusten
Der Dollar zeigt zu Beginn der Woche erneute Stärke. Gleichzeitig fiel der Euro um 0,9 Prozent auf 1,0241 $. Auch das Wiedererstarken des Dollars belastet den Goldpreis. Gold fiel bis Mittag um 0,6 Prozent auf 1.741 $ je Feinunze.
Kronensorgen belasten Rohöl
Ein drohender Nachfragerückgang aus China, dem größten Abnehmer, belastet die Rohstoffpreise. Rohöl der Sorte Brent Nordsee lag am Mittag immer noch um 0,2 Prozent auf 87,20 Dollar pro Barrel.
Bitcoin und Ethereum sind wieder im Minus
Der Zusammenbruch der Kryptowährungsbörse FTX schickt die Preise von Bitcoin und Ethereum wieder in die roten Zahlen. Bitcoin ist um drei Prozent auf 16.128 $ gefallen, Ethereum um 6,5 Prozent auf 1129 $. „Die Befürchtung, dass in den kommenden Tagen und Wochen weitere Krypto-Unternehmen zusammenbrechen könnten, überwiegt nach wie vor“, sagt Analyst Timo Emden von Emden Research. Einige Unternehmen sind bereits untergegangen.
Die Commerzbank will, dass Weidmann den Aufsichtsrat leitet
Die Commerzbank steht im Mittelpunkt des deutschen Aktienmarktes. Der frühere Bundesbankpräsident Jens Weidmann (54) übernimmt nach der Hauptversammlung am 31. Mai 2023 das Amt des Chefcontrollers. Die Commerzbank-Aktie gehört zu den wenigen Gewinnern im MDAX.
Stahlhersteller drosseln die Produktion
Die deutsche Stahlindustrie mit Branchenriesen wie Thyssenkrupp und Salzgitter hat ihre Produktion weiter reduziert. Der Handelsverband Stahl gab heute bekannt, dass die Rohstahlproduktion in Deutschland im Oktober im Vergleich zum Vorjahresmonat um 14,4 % auf 3,1 Mio. Tonnen zurückgegangen ist. Weltmarktführer Arcelor Mittal leidet unter anderem unter einer schwachen Nachfrage in der Automobilindustrie und hohen Energiekosten.
Eurowings verdoppelt ihre Flotte am Flughafen BER
Die Low-Cost-Airline Eurowings erweitert ihre Flotte und ihr Flugprogramm am Hauptstadtflughafen BER. Die Lufthansa-Tochter wird laut Eurowings-Chef Jens Bischof für den Sommerflugplan ab Ende März 2023 sechs Maschinen in Berlin parken. Im Sommer bieten sie fast 30 Ziele an, doppelt so viele wie zuvor.
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