Marktbericht
Stand: 31.10.2022 18:01
Am letzten Handelstag eines erfolgreichen Börsenmonats notierte der DAX flach. Anleger waren vor der Zinssitzung der US-Notenbank in dieser Woche vorsichtig.
Zum Monatsende agierten die Anleger zurückhaltend. Der DAX schloss bei ruhigem und vorsichtigem Handel mit 13.253 Punkten, einem leichten Tagesgewinn von 0,1 Prozent. Der Index bewegte sich in einer überschaubaren Bandbreite zwischen 13.216 und 13.307 Punkten. Monatlich verliefen die Ereignisse jedoch alles andere als ruhig.
Steigt der DAX weiter?
Denn Deutschlands Leitindex legte im Oktober um 9,4 Prozent zu. Seit seinem Tief Ende September hat der deutsche Leitindex rund 1.300 Punkte zugelegt. Dass die Anleger es etwas gelassener angehen, ist nicht verwunderlich, zumal heute keine US-Marktbewegungsdaten auf der Tagesordnung standen.
Technische Analysten weisen jedoch darauf hin, dass der DAX seinen seit Jahresbeginn bestehenden Abwärtstrend und die Widerstandszone bei 13.500 Punkten noch nicht durchbrochen hat. Daher steht der abschließende Retracement-Test für die DAX-Kursrallye noch aus.
„Nach einem der stärksten Oktober seiner Geschichte kämpft der Deutsche Aktienindex nun mit einer massiven Widerstandszone und vor allem dem Abwärtstrend seit Jahresbeginn“, sagt Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets. .
Wall Street geht voran – Dow moderat niedriger
Mit seiner Entwicklung im Oktober folgte der deutsche Leitindex vor allem einer noch deutlicheren Erholung an der New Yorker Hauptbörse. Mit rund 14 Prozent stieg der Dow-Jones-Index im Oktober so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Auch die überwiegend schwachen Ergebnisse des hoch bewerteten Technologiesektors und eine wackelige Wirtschaftslage konnten die gute Stimmung der US-Investoren im Oktober nicht trüben.
Der Dow ist derzeit um 0,4 Prozent im Minus. Die Tech-Börse Nasdaq fiel am stärksten und verlor etwas mehr als ein Prozent. Der Zeitumstellung hierzulande folgend öffnen die US-Börsen diese Woche um 14:30 Uhr und der Handel schließt um 21:00 Uhr MEZ.
Allen voran die Fed
Aktuell basiert der allgemeine Optimismus vor allem auf der Hoffnung der Anleger, dass die US-Notenbank (Fed) ihren Zinszyklus langsamer angehen wird. Die Tatsache, dass die Saison der Unternehmensgewinne bisher nicht allzu schlecht war, abgesehen von einigen großen Enttäuschungen im Technologiesektor, hat diesen Trend unterstützt.
Bei der nächsten Zinssitzung am Mittwoch wird es Neuigkeiten von der Fed geben. Makler erwarten weiterhin eine vierte Zinserhöhung in Folge um 0,75 Prozentpunkte auf ein Niveau von 3,25 bis 4,00 Prozent. Die große Frage bleibt jedoch, wie aggressiv die Fed gegen die Inflation vorgehen wird.
Wirtschaftsupdate vom 31.10.2022
Bettina Seidl, Personal, 31.10.2022 09:46 Uhr
Euro-Inflation springt nach oben
Stattdessen hinkt die Europäische Zentralbank (EZB) nach Ansicht vieler Marktbeobachter im geldpolitischen Straffungszyklus hinterher. Der überraschend deutliche Anstieg der Inflationsrate in der Eurozone im Oktober auf 10,7 Prozent, der heute Morgen gemeldet wurde, erhöht den Druck auf Währungswächter unter der Leitung von Christine Lagarde. Allerdings gibt es natürlich auch in Europa Diskussionen darüber, wie der EZB-Zinszyklus weitergehen könnte.
„Die heutigen Daten erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB ihre Leitzinsen im Dezember erneut um 75 Basispunkte anhebt, zumal die Euro-Wirtschaft im dritten Quartal noch um 0,2 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal gewachsen ist“, erklärt Commerzbank-Volkswirt Christoph Weil.
Der Devisenmarkt zeigte sich zunächst unbeeindruckt von der Datenveröffentlichung. In der Zwischenzeit sank der Euro jedoch weiter und wurde am späten Nachmittag bei 0,9886 $ gehandelt, was einem Rückgang von gesunden 0,75 Prozent entspricht. Die Europäische Zentralbank legte den Referenzkurs auf 0,9914 $ (0,9951 $) fest.
Schwache Daten aus China belasten die Ölpreise
Am späten Nachmittag sind die Ölpreise tendenziell schwach. Gegenwind kommt von schwachen Wirtschaftsdaten aus China. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet derzeit 94,79 Dollar, rund ein halbes Prozent weniger als am Freitag.
FMC und Fresenius an der Spitze des DAX
Im DAX erwiesen sich die Aktien von Fresenius und FMC entgegen aller Befürchtungen als Kursstütze für den deutschen Leitindex, obwohl der Medizinkonzern und seine Dialyse-Tochter gestern aufgrund des derzeit schwierigen wirtschaftlichen Umfelds ihre Prognosen nochmals gesenkt hatten. Beide Papiere führten den DAX an.
Nach der zweiten Gewinnwarnung des Konzerns innerhalb weniger Monate kündigte der neue Fresenius-Chef Michael Sen an, alle Aktivitäten auf den Prüfstand zu stellen. „Wir werten jede Transaktion von Kopf bis Fuß und mit hoher Geschwindigkeit aus“, sagte Sen heute in Bad Homburg. “Das wird zu mehr Schwerkraft führen.” In der Zwischenzeit sollten die Kosten sinken, um mit einem herausfordernden Umfeld fertig zu werden.
Das sind Farbtöne, die an der Börse gut ankamen. Einige Anleger könnten …