Das antike Relief eines Mannes, der einen Penis hält, ist ein Rätsel

Aktualisiert am 2. Januar 2023, 21:08 Uhr

Türkei: Die Erleichterung eines Mannes mit einem Penis in der Hand vor 11.000 Jahren ist ein Rätsel

Bedrohliche Tiere und zwei Männer, einer mit einem Penis in der Hand. Diese in den Fels gehauenen Szenen wurden von Forschern in der Türkei entdeckt.

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Ehrenamtliche Anabelle Riebeling

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In Sayburç im Südosten der Türkei haben Forscher ein Relief entdeckt, das viele Hinweise liefert, aber auch Rätsel aufgibt.

K. Akdemir, 2022. Herausgegeben von Cambridge University Press im Auftrag von Antiquity Publications Ltd/CC BY 4.0

Das über 3,5 Meter lange Relief zeigt zwei Leoparden, einen Stier und zwei Männer, von denen einer unbeeindruckt von den Bestien den Penis hält und der andere in geduckter Position eine Rassel oder eine Schlange hält.

K. Akdemir, 2022. Herausgegeben von Cambridge University Press im Auftrag von Antiquity Publications Ltd/CC BY 4.0

Wie die Archäologin Eylem Özdoğan in der Zeitschrift Antiquity schreibt, gibt es wahrscheinlich zwei Szenen, die sich ergänzen. Dies ist wohl die bislang früheste Spur der Kunst dieser Region, bei der die Figuren nicht isoliert voneinander stehen, sondern miteinander interagieren.

B. Köşker, 2022. Herausgegeben von Cambridge University Press im Auftrag von Antiquity Publications Ltd/CC BY 4.0

Das ist es, worum es geht

  • Das Relief eines Mannes, der seinen Penis hält, ist laut Archäologen die älteste narrative Schnitzerei der Welt.

  • Zwei Ochsen und ein weiterer Mann sind ebenfalls Teil der Arbeit.

  • Es ist jedoch nicht klar, welche Botschaft das Relief vermittelt.

  • Das Werk ist etwa 11.000 Jahre alt.

Bei Ausgrabungen in der Südtürkei, nahe der Grenze zu Syrien, stießen Forscher auf ein etwa 11.000 Jahre altes Steinrelief, auf dem Abbildungen von Tieren und Menschen zu sehen sind. Das Relief wurde in einem neolithischen Gebäude in der Region Urfa entdeckt. Es ist fast vier Meter lang und stellt zwei Leoparden, einen Stier und zwei Männer dar, von denen der eine unbeirrt von den Bestien seinen Penis hält und der andere in geduckter Position eine Rassel oder eine Schlange hält. Auch an einem der beiden Leoparden im Steinrelief kann man bei genauem Hinsehen einen Penis erkennen.

Wie die Archäologin Eylem Özdoğan von der Universität Istanbul im Fachblatt Antiquity schreibt, handelt es sich vermutlich um zwei Szenen, die sich ergänzen. Dies ist wohl die bisher älteste Spur von Kunst aus dieser Region, bei der die Figuren nicht isoliert voneinander stehen, sondern miteinander interagieren und so eine Geschichte erzählen. „Das ist ein Bild der Geschichten, die die Ideologie der Menschen dieser Zeit geprägt haben“, zitiert Iflscience.com Özdoğan. Es ist nicht klar, was genau die Darstellung vermitteln will. Seine Bedeutung ist im Laufe der Zeit verloren gegangen.

Anhaltspunkte für eine Störung?

Özdoğan weist darauf hin, dass zum Zeitpunkt der Entstehung des Reliefs ein großer Umbruch stattfand: Nach heutigem Wissensstand siedelten erstmals mobile Jäger und Sammler in dieser Region der Welt. Sie bauten Siedlungen und begannen mit der Landwirtschaft und Viehzucht. Die “gleichgültige Haltung” des Mannes mit einem Penis in der Hand könnte laut dem Archäologen erklären, wie Menschen lernten, wilde Tiere zu bändigen. Ob diese Deutung richtig ist, ist noch unklar.

Es ist auch nicht klar, welchen Zweck die damaligen Einwohner von Sayburç mit der Schaffung des Kunstwerks verfolgten. Die Szenen entfalten sich im Gebäude einer großen Gemeinschaftsstruktur, die wahrscheinlich als Raum für Feste und Versammlungen diente. Seit 2021 wird an der Ausgrabungsstätte rund 56 Kilometer östlich des Euphrat und 32 Kilometer nördlich der syrischen Grenze gearbeitet. Özdoğan wurde auf die Stätte aufmerksam, nachdem Einwohner von Sayburç mehrere Objekte gefunden hatten, die offenbar aus der Jungsteinzeit stammen.

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