Trend Micro, einer der weltweit führenden Anbieter von Cybersicherheitslösungen, will das Bewusstsein für die Gefahren von Cyberangriffen auf Unternehmen schärfen und sieht dafür die Verantwortung in der Vorstandsetage. Michael Unterschweiger, Regionaldirektor Österreich und Schweiz von Trend Micro, in einem LEADERSNET-Interview.
LEADERSNET: Herr Unterschweiger, was sind derzeit die größten Bedrohungen für die Computersicherheit?
Unterschweiger: Betrügerische E-Mails und Fangversuche sind in diesem Jahr noch ein Hit, aber sie werden immer raffinierter und zielen auf kleine und mittlere Unternehmen ab. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Ransomware-Angriff, der Daten verschlüsselt oder stiehlt und damit Unternehmen erpresst. Durch die großflächige Umstellung auf Homeoffice stehen viele vor der Herausforderung, dass die Angriffsfläche ihres Unternehmens immer größer, komplexer und unübersichtlicher wird. Das öffnet Angreifern Tür und Tor. Achtzig Prozent der europäischen Unternehmen wurden im letzten Jahr von einem Cyberangriff getroffen; Daher ist eine umfassende Cybersicherheitsstrategie nicht mehr nur „angenehm“, sondern eine Notwendigkeit.
LEADERSNET: Wie sollten Unternehmen vorgehen, um sich effektiv vor Angriffen zu schützen?
Unterschweiger: Um eine wirksame Strategie zu entwickeln, müssen Unternehmen Cyber-Risiken aus zwei Dimensionen betrachten. Externe Faktoren wie Cyberangriffe nehmen viele Formen an und entwickeln sich ständig weiter, da Cyberkriminelle immer wieder neue Schwachstellen finden, die sie ausnutzen können. Mit Threat Intelligence, also Bedrohungserkennung und -analyse, sind sich Unternehmen der Risiken stets bewusst. Auch intern gilt es, die bestehenden IT-Strukturen zu analysieren: In den meisten Unternehmen ist die IT-Landschaft und damit die Angriffsfläche in den letzten Jahren massiv gewachsen. Daher ist es wichtig, einen Überblick über den Sicherheitsstatus aller Systeme zu haben und mögliche Schutzlücken zu schließen. In unserer aktuellen Cyber-Risikostudie von Trend Micro gaben 62 Prozent der Befragten an, dass es immer noch blinde Flecken in ihrer Computerlandschaft gibt; das sind die möglichen Gateways!
LEADERSNET: Wie kann Trend Micro dabei helfen, Cyber-Risiken zu mindern?
Unterschweiger: Die Bedrohungslandschaft wird immer undurchsichtiger. Optimierte Technologien und Services sind für Unternehmen essenziell, und dank dieser Lösungen kommt es im Idealfall gar nicht erst zu Angriffen. Mit Trend Micro One haben wir kürzlich eine umfassende Cybersicherheitsplattform eingeführt, die den Umgang mit Cyberrisiken erheblich erleichtert. Schwachstellen erkennen und Angriffe effektiv verhindern. Wenn es zu einem Angriff gekommen ist, ist es wichtig, schnell zu reagieren. Unsere umfassende erweiterte Erkennungs- und Reaktionslösung ermöglicht es, Bedrohungen schneller zu suchen, zu finden, zu untersuchen und zu beheben. So erhalten die Verantwortlichen einen Überblick über die gesamte Bedrohungslage und können schnell reagieren, darauf kommt es an!
LEADERSNET: Müssen sich Führungskräfte noch stärker mit Cybersicherheit befassen?
Unterschweiger: Natürlich: ja! Laut dem Versicherer Allianz stellen Cyber-Risiken die größte Bedrohung für heutige Unternehmen dar, daher hat Cybersicherheit Priorität. Das bedeutet, dass das Management das Problem priorisieren und mit der IT-Abteilung zusammenarbeiten muss, um praktikable Lösungen zu finden. Mit der Zunahme von Angriffen wird die Rolle des Director of Information Security (CISO) immer wichtiger: Als entscheidendes Bindeglied zwischen den oft getrennten Disziplinen Informatik, Sicherheit und Wirtschaft sorgt er für das notwendige hohe Sicherheitsniveau Prozess. Gesellschaft.
LEADERSNET: Zum Schluss noch ein Blick in die Zukunft: Welche Themen werden in den nächsten Jahren eine wichtige Rolle in der IT spielen?
Unterschweiger: Ich hoffe, der Fachkräftemangel macht uns noch mehr Sorgen. In der Informatik im Allgemeinen und in der Computersicherheit im Besonderen gibt es bereits tausende Stellenangebote. Darauf müssen wir als Branche reagieren. Einerseits werden Managed Services weiter an Popularität gewinnen, bei denen wir als Hersteller gemeinsam mit unseren Partnern unsere Kunden mit Services unterstützen und entlasten. Andererseits müssen wir die Informatik noch attraktiver machen und auch mehr Fachkräfte ausbilden. Als Trend Micro unterstützen wir Programme, die mehr Frauen in die IT-Berufe einbinden wollen. Wir gehen auch gezielt an Schulen, um Kinder und Jugendliche für das Thema Cybersicherheit zu sensibilisieren und zu begeistern. Ein weiteres Zukunftsthema ist Green Computing, denn immer mehr Stakeholder legen zu Recht einen wachsenden Wert auf nachhaltiges Wirtschaften. Wir arbeiten mit unseren globalen Cloud- und Rechenzentrumspartnern daran, den Ressourcenverbrauch zu reduzieren und den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen. Ziel ist es, dass unsere Cloud-Infrastruktur bis 2025 vollständig mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben wird. (rot)
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