“Nur 30 Franken verfügbar”
SBB Mitarbeitende müssen die Racletteöfen zur Weihnachtsfeier mitbringen
Beim SBB-Werk in Biel BE reicht das Geld für den Ofen nicht aus, um Raclette zu essen. Deshalb werden die Mitarbeitenden gebeten, ihr eigenes Öfeli mitzubringen.
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Raclette-Spaß bei der SBB? Nicht ohne ein eigenes Öfeli.
Sven Ziegler Nachrichtenredakteur
Kurz vor Jahresende lädt das Reparatur- und Wartungszentrum der SBB in Biel BE seine Mitarbeitenden zum Weihnachtsessen ein. Nur: Aufgrund des knappen Budgets müssen die Mitarbeiter sogar mit eigenem Material nachhelfen.
Gemäss Speisekarte im Blick ist ein Raclette-Lunch geplant. «Leider haben wir nur 30 Franken pro Person zur Verfügung, aber das soll nicht in unsere gemeinsame Feier hineinkommen. Deshalb brauchen wir IHRE HILFE“, schreibt die Abteilungsleiterin. Speisen und Getränke würden angeboten, aber: „Wie sollen wir die Atmosphäre ohne Racletteofen aufwärmen? Sie können es ändern. Wenn Sie einen Racletteofen zu Hause haben, bringen Sie ihn mit.»
“lachen oder weinen”
Für den Aussenbereich sucht die Bauleitung der SBB zudem nach Feuerbällen, die die Mitarbeitenden setzen könnten. Schliesslich soll das Mini-Budget der SBB für Glühwein und Dessert reichen. Es ist jedoch wichtig, dass alle Mitarbeiter warme Kleidung tragen.
«Ich weiss im Moment nicht, ob ich weinen oder lachen soll», sagt die Leser-Reporterin gegenüber Blick. „Eigentlich muss ich für das Firmenraclette meinen eigenen Backofen mitbringen. Sieht es in der Chefetage in Bern auch so aus?“
Auf Anfrage von Blick erteilt die SBB nur allgemeine Auskünfte. Weihnachtsfeiern würden bei den jeweiligen Teams stattfinden, sagt Mediensprecher Martin Meier. “Angesichts der finanziellen Situation der SBB sind alle gezwungen, sparsam mit den Finanzen umzugehen.” Allerdings sagt das Unternehmen nicht, ob alle SBB-Mitarbeiter das gleiche Budget von 30 Franken für die Weihnachtsfeier hätten.
Aufgrund begrenzter Ressourcen entschied sich ein Bieler Team, «mehr Geld für Essen und Getränke auszugeben und den Racletteofen pragmatisch von zu Hause mitzubringen, anstatt ihn zu mieten». Diese Entscheidung können die Teams frei treffen.
Für den lesenden Journalisten ist die Entscheidung dennoch unverständlich. Es sei klar, dass alle Unternehmen sparen müssten, sagt er. Aber: “Was mir nicht klar ist: Wo bleibt hier die Wertschätzung?”