Brunsbüttel: NOK bleibt noch eine Woche geschlossen Videonachrichten aus Schleswig-Holstein

Stand: 27.12.2022 14:15

Der Nord-Ostsee-Kanal ist seit fast einer Woche für den Verkehr gesperrt. Etwa 12.000 Liter Rohöl waren aufgrund einer undichten Gasleitung in den Ölhafen von Ostermoor gelangt. Obwohl der größte Teil des Öls inzwischen aufgenommen wurde, bleibt der Kanal bis mindestens Dienstag (3. Januar) geschlossen.

Rund sechs Kilometer erstreckte sich der Ölteppich vergangene Woche im Nord-Ostsee-Kanal (NOK), von der Schleuse Brunsbüttel bis zur Hochbrücke. Seitdem haben zahlreiche Wasser- und Landnotdienste das Öl erfolgreich beseitigt. Nach Angaben eines Sprechers des Einsatzkommandos sind inzwischen 99 Prozent des Ölvolumens von der Wasseroberfläche aufgenommen worden. Daten, die von einer Sensorebene aufgezeichnet wurden, zeigen auch, dass sich derzeit nur eine geringe Menge Öl im Kanal befindet. Das teilte das Einsatzkommando am Dienstag mit.

Veröffentlichung am 3.1. verschoben

Eigentlich sollte der Kanal am Mittwoch relauncht werden. Dies wurde auch durch die Tatsache unterstützt, dass zwei Schiffe zur Bekämpfung von Ölunfällen, die vor Ort eingesetzt wurden, inzwischen abgezogen wurden. Nun steht die Reinigung von Böschungen, Schleusen und gestrandeten Booten noch aus, wie das Einsatzkommando an diesem Dienstagmorgen mitteilte. Später teilte die Einrichtung jedoch mit: Nach dem Anblick dieser Kontamination sei klar geworden, dass noch „umfassende und langwierige Arbeiten“ erforderlich seien.

Daher haben die zuständigen Behörden – entgegen bisheriger Planungen – entschieden, den Sender frühestens am Dienstag nächster Woche (3.1) wieder zu starten. So wolle man sicherstellen, dass die Reinigungsaufgaben der Böschung nicht behindert werden, erklärt das Einsatzkommando.

Arbeitsgruppen im Dauerbetrieb, auch in der Weihnachtszeit

In der Weihnachtszeit waren mehr als 150 Personen der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks (THW) und des Einsatzkommandos im Einsatz, um das Öl einzusammeln. Am Samstag wurde die Arbeit unterbrochen, um den Helfern die Möglichkeit zu geben, Heiligabend mit ihren Familien zu verbringen. Am Montag bedankte sich das Havariekommando bei den freiwilligen Einsatzkräften für ihren Einsatz in den Ferien. Er könne seine Leistung gar nicht genug würdigen, sagte Einsatzleiter Robby Renner. Die Zahl der Rettungsdienste ist bereits auf 120 gesunken.

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Tonnenweise Öl ausgelaufen in Brunsbüttel. Mehr als 100 Menschen kämpfen dagegen an. Doch das dauert länger als erwartet. 2 Minuten

Die Sensorebene liefert am Wochenende ein Lagebild

Am Sonntag wurden die beiden Ölbekämpfungsschiffe „Scharhörn“ und „Knechtsand“ vom Ölbekämpfungsverein unterstützt, darunter die „Odin“ und der Ponton „Lüttmoor“. Sie hatten die als Notschlepper benötigte „Neuwerk“ ersetzt. Am Freitag und Sonntag wurden Überwachungsflüge durchgeführt: Ein mit Sensortechnik ausgestattetes CCME-Flugzeug hob ab, um den Nord-Ostsee-Kanal bei Brunsbüttel zu überfliegen.

Schiffe ändern ihren Kurs

Nach Angaben des Havariekommandos haben Schiffe, die unter anderem im Bereich der Elbmündung auf die Wiedereröffnung warteten, inzwischen ihren Kurs geändert. Jetzt würden sie Dänemark umrunden und über das Kattegat in Richtung Ostsee fahren.

Ölige Vögel

Ölverschmutzungen haben auch Folgen für die Umwelt. Inzwischen sind bereits geölte Vögel aufgetaucht. Nach aktuellem Stand ist eine zweistellige Zahl von Tieren von der Ölverschmutzung betroffen.

Vorübergehende Erhöhung der Explosionsgefahr

Am Mittwoch vergangener Woche wurde bei Brunsbüttel ein kilometerlanger Ölteppich entdeckt. Um eine weitere Ausbreitung des Ölfilms zu verhindern, schloss das NOK-Durchgangszentrum laut Notrufkommando am Mittwochmorgen die Schleusen.

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Die Hochbrücken in Holtenau sind derzeit gesperrt, weil ein Frachtschiff mit ihnen kollidierte, ein weiteres Unglück in der NOK-Geschichte. Monat

9.000 Arbeiter, 56 Bulldozer, 90 Lokomotiven und 2.500 Kippwagen wurden seit 1888 beim Bau des Nord-Ostsee-Kanals eingesetzt. Fotogalerie

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Nordwelle | Schleswig-Holstein Magazin | 27.12.2022 | 12.00

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