Boris-Johnson-Krise: Erneuter Rücktritt im britischen Kabinett

In der Krise um den britischen Premierminister Boris Johnson verliert der Premierminister weitere Kabinettsmitglieder. Nachdem Gesundheitsminister Sajid Javid, Finanzminister Rishi Sunak und Dutzende konservative Abgeordnete am Dienstag abgereist waren, gab der britische walisische Minister Simon Hart am Mittwochabend seinen Rücktritt bekannt. Johnson entließ auch seinen Minister für Arbeiten und Wohnungswesen, Michael Gove. Insgesamt sind in den vergangenen Tagen mehr als 40 Regierungsmitglieder zurückgetreten.

Hart lobte den Premierminister auf Twitter für seine „Energie, Vision, Entschlossenheit und seinen Humor“, schrieb aber weiter: „Ich hatte verzweifelt gehofft, diesen Brief nicht schreiben zu müssen, aber leider scheint es keine andere Möglichkeit mehr zu geben.“

Er war nie ein „großer Fan“ der Idee, dass Ministerrücktritte der beste Weg sind, um Veränderungen zu erzwingen. Die Kollegen hätten ihr Bestes getan, privat und öffentlich, um Johnson zu helfen, „das Boot umzudrehen“. Leider glaubt er, dass der Punkt, wo dies möglich ist, überschritten ist.

Johnson weist Rücktrittsforderungen zurück

Medienberichten zufolge hatte der konservative Premierminister Johnson zuvor Rücktrittsforderungen mehrerer Kabinettsmitglieder zurückgewiesen. Unter ihnen soll auch Finanzminister Nadhim Zahawi gewesen sein, der erst am Dienstag auf seinen Posten berufen wurde. Zu der Delegation sollen auch Verkehrsminister Grant Shapps, der ehemals ultraloyale Innenminister Priti Patel, Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng und Arbeits- und Wohnungsminister Michael Gove gehört haben.

Am Mittwochabend entließ Johnson seinen langjährigen Kollegen Gove, der als eines der Schwergewichte im Kabinett galt und in den vergangenen Jahren verschiedene Regierungsämter bekleidete. Er hatte sich bereits im Wahlkampf 2016 an der Seite von Johnson für das Brexit-Referendum eingesetzt. Das Verhältnis zwischen im und Johnsons war schon immer von Konkurrenz geprägt.

Attorney General Braverman bekundet Interesse an Johnsons Nachfolger

Unterdessen heizen sich die Kandidaten für einen möglichen Johnson-Nachfolger als Partei- und Regierungschef auf. Während zurücktretende Minister wie Javid und Sunak sowie Außenministerin Liz Truss seit langem als Kandidaten für Johnsons Erbe ausgewechselt wurden, bekundet auch Generalstaatsanwältin Suella Braverman Interesse an der Position. Sie galt zuvor als Unterstützerin von Johnson, sagte aber in einem Interview mit ITV, dass der Premierminister zurücktreten solle. Sie können sich vorstellen, für ein Amt zu kandidieren.

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