Das EU-Parlament hat heute mehrheitlich für eine engere Definition dessen gestimmt, welche Holzart als grüne Energieform gilt und damit förderungswürdig ist. Die Vorschrift im Rahmen der anstehenden Novellierung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III) hatte in der Forstwirtschaft, auch bei lokalen Vertretern, für Begeisterung und Kritik gesorgt.
Bäume, die direkt zur Weiterverarbeitung zu Brennholz oder Pellets gefällt werden, gelten bald nicht mehr als erneuerbar. Damit werden Schläger für diesen Zweck zwar nicht verboten, dafür gäbe es aber keine EU-Fördermittel mehr. Es gibt auch mehrere Ausnahmen. Die Maßnahme richtet sich nach Angaben der Verteidiger vor allem an große Unternehmen der Holzbranche.
Ob diese Einschränkung kommt, ist noch nicht klar. Das EU-Parlament hat nun seine Verhandlungsposition festgelegt. 418 Abgeordnete stimmten dafür, 109 dagegen bei 111 Enthaltungen. In den Verhandlungen mit der Kommission und insbesondere mit dem Rat, im Trilog, muss nun ein Kompromiss ausgehandelt werden.
Rodung wertvoller alter Wälder
Vor wenigen Tagen verwies die „New York Times“ in einem umfangreichen Bericht auf eine Untersuchung der NGO Environmental Investigation Agency, wonach beispielsweise in Rumänien wertvolle Wälder mit 200 Jahre alten Bäumen abgeholzt werden besonders wertvoll wie CO2 sinkt, was sonst noch von der EU gefördert wird. Das Holz wird dann direkt zu Pellets verarbeitet.
Starke Kritik von Branchenvertretern
Vor der Abstimmung herrschte bei den Branchenvertretern bereits große Aufregung: „Damit würde das heimische Erfolgsmodell der regionalen Wärmeversorgung enden, obwohl es zuletzt kaum teurer geworden ist als Strom und Gas“, sagte der Bioenergieberater und Biomasse-Vizepräsident. Christian Metschina vor der Abstimmung in der „Kleinen Zeitung“.
„Wir sind strikt gegen diese Politik. Das ist eine ökologische Bankrotterklärung. Das ist unglaublich, da fehlt der gesunde Menschenverstand“, sagte der Präsident der Landwirtschaftskammer Steiermark (LK), Franz Titschenbacher, in einer Aussendung.
Waitz: Großflächige Abholzung verhindern
Die neue Regelung soll verhindern, dass ganze Waldstücke mit EU-Geldern abgebrannt werden, doch der örtliche Grünen-Abgeordnete Thomas Waitz wehrte sich laut “Kleine Zeitung”. „Nahwärmeanlagen dürfen in Österreich weiter gebaut werden, aber nicht mit EU-Geldern gefördert werden.“