Belpmoossolar: Hier entsteht die grösste Solaranlage der Schweiz

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Wo heute Flugzeuge abheben, wird bald auch Strom produziert: am Flughafen Bern.

Strom für 15’000 Haushalte aus der Solaranlage auf der grössten Freifläche der Schweiz. Nichts weniger verspricht ein am Freitag lanciertes Projekt des Berner Energieunternehmens BKW und des Flughafens Bern.

Auf 25 Hektar neben der Landebahn des Regionalflughafens sollen Photovoltaikanlagen installiert werden. Laut einer Machbarkeitsstudie können dort jährlich bis zu 35 Gigawattstunden Strom erzeugt werden, ein Drittel davon im Winter. Die Investitionskosten des Belpmoossolar-Projekts belaufen sich auf rund 30 Millionen Schweizer Franken, wie in der Pressemitteilung der beiden Unternehmen angegeben.

Potenzial nicht nur in den Alpen

In den letzten Monaten waren riesige Solaranlagen vor allem in den Alpen ein Klischee. Am prominentesten sind die in Gondo VS und Grengiols VS geplanten Systeme. Denn von hier soll im Winter Solarenergie bezogen werden, was besonders wichtig ist, da die Schweiz im Winter einen Teil ihres Stroms importieren muss.

Laut BKW und Flughafen Bern zeigt ihr Projekt aber, dass es auch im Mittelland geeignete Standorte für grosse Freiflächenanlagen gibt. Bern wäre nicht der erste Flughafen, der in seinen Anlagen Solarstrom produziert. Der Flughafen Wien verfügt bereits über eine Außenanlage mit ähnlichen Dimensionen.

Ein Vorteil ist sicherlich, dass der Anschluss an das Stromnetz einfacher und damit kostengünstiger zu handhaben ist als in den Hochalpen, wo erst die richtigen Kabel verlegt werden müssen. Auch unter einem anderen Gesichtspunkt ist das Projekt sinnvoll: Auf dem Flughafengelände befinden sich weder landwirtschaftliche Flächen, noch sind andere Nutzungen aus planerischen und luftfahrttechnischen Gründen möglich, zumindest solange der Flughafen existiert.

Canton will schnell vorankommen

Nun beginnt die Planungs- und Genehmigungsphase des Projekts. Fortan setzen der Flughafen Bern und die BKW auf die Schnelligkeit der Verfahren. Erste Gespräche mit den zuständigen Behörden haben bereits stattgefunden. Und sie scheinen gut gelaufen zu sein.

«Der Kanton Bern hat ein grosses Interesse am Ausbau der erneuerbaren Energien», sagt Regierungsrätin Evi Allemann (44, SP). Und am Flughafen Bern-Belp sind die baurechtlichen Rahmenbedingungen günstig. «Wir werden uns deshalb schnellstmöglich mit der Verankerung im Richtplan des Kantons inklusive der Interessenabwägung befassen, um eine gute Basis für das Projekt zu schaffen.»

Ab 2026 soll Strom fließen

Auch die Stadt Bern reagiert positiv: Das Projekt entspricht den Nachhaltigkeitszielen der Stadt und wird zu einem verstärkten Interesse an Baurechten führen. „Als Eigentümer werden wir uns konstruktiv an der weiteren Projektarbeit beteiligen“, sagt Stadtrat Michael Aebersold (60, SP), Vorsitzender des Gemeindefonds für Boden- und Wohnungspolitik.

Benjamin Marti (52, SVP), Gemeindepräsident von Belp, zeigt sich begeistert: «Belp leistet an zentraler Lage im Mittelland einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele. Die Flughafengemeinschaft wird das Projekt aus voller Überzeugung unterstützen», sagt er .

Die BKW hat sich zum Ziel gesetzt, 2026 an Belpmoossolar anzuschließen. Das Unternehmen strebt die Baubewilligung bis Ende 2025 an und rechnet mit weiteren neun Monaten für den Bau und die Inbetriebnahme der Anlage. (sf)

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