“Beleidigung des Präsidenten”: Türkei befiehlt dem schwedischen Botschafter

„Beleidigung des Präsidenten“ Die Türkei ruft den schwedischen Botschafter vor

21.11.2022, 23:37

Die Türkei lehnt die Frage des Beitritts Schwedens zur NATO weiterhin ab. Nun belasten neue Vorwürfe das Verhältnis der beiden Länder. In Stockholm wurden “terroristische” Bilder auf das Gebäude der türkischen Botschaft projiziert.

Das türkische Außenministerium hat am Montag den schwedischen Botschafter nach Ankara einbestellt. Damit wollte die Türkei verurteilen, dass „in unserem Botschaftsgebäude in Stockholm Bilder mit Terrorpropaganda und Beleidigungen unseres Präsidenten (…) projiziert wurden“, hieß es aus türkischen Diplomatenkreisen. Verantwortlich sind Gruppen, die mit der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in Verbindung stehen.

So reagierte die Türkei auf ein am Montag vom schwedischen Rojava-Komitee auf Twitter veröffentlichtes Video. Rojava ist die selbsternannte, halbautonome kurdische Region im Norden Syriens. Das Komitee unterstützt die syrisch-kurdische YPG-Organisation, die die Türkei als Terrororganisation einstuft.

Das undatierte Video zeigt Bilder, die auf die Fassade der türkischen Botschaft in Stockholm projiziert werden. Sie zielen darauf ab, die angebliche Verbindung zwischen der Türkei und der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und Ankaras angeblichen Einsatz von Chemiewaffen gegen kurdische Kämpfer aufzuzeigen. Ankara fordert laut türkischen Diplomatenkreisen, „die Täter dieser Aktionen zu identifizieren und notwendige Maßnahmen zu ergreifen“.

Die PKK steht im Zentrum eines Streits um die Nato-Mitgliedschaft Schwedens und Finnlands. Ankara hat insbesondere Schweden beschuldigt, ein Zufluchtsort für “Terroristen” zu sein, und in einem im Juni mit Schweden und Finnland unterzeichneten Abkommen die Auslieferung mehrerer PKK-Mitglieder gefordert.

Schweden und Finnland haben sich aufgrund des russischen Angriffskrieges in der Ukraine entschieden, die NATO-Mitgliedschaft zu beantragen. Allerdings blockiert die Türkei seit Mai den Beitritt der beiden Länder zum Militärbündnis. Anfang dieses Monats kündigte Schweden an, eine Verfassungsänderung vorzunehmen, um strengere Anti-Terror-Gesetze zuzulassen. Damit könnte Stockholm eine der zentralen Forderungen Ankaras erfüllen.

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