Beginn der Valneva-Impfung und vierte Punktberatung

Am Donnerstag startet in Zentralösterreich die Impfung mit dem Valneva-Totkronen-Impfstoff. Experten sagen, dass es eine Alternative für Menschen bietet, die mRNA- oder Vektorimpfstoffe ablehnen. Bei Bedarf können maximal 14.600 Dosen angeboten werden. Doch bisher gab es in Wien nur rund 120 Anmeldungen. Tatsächlich wurden weniger Dosen bestellt, da der Impfstoff nur 20 Tage haltbar ist. Bei größerem Bedarf können jedoch innerhalb weniger Stunden weitere Impfstoffe bestellt werden.

Der Andrang muss nicht sehr groß sein

Seit letztem Donnerstag kann man sich anmelden, ab morgen wird der Impfstoff im Zentrum in Österreich verabreicht. Auch diejenigen, die keinen Termin online oder telefonisch über das Gesundheitstelefon vereinbart haben, können kommen. Impfungen sind täglich zwischen 7:00 und 19:00 Uhr möglich (Einsendeschluss 18:00 Uhr).

Aktuelle Studien deuten jedoch darauf hin, dass nur ein Teil der bisher ungeimpften Personen noch geimpft werden kann, selbst wenn der Totimpfstoff bereits verfügbar ist. Das National Immunization Panel empfiehlt den Valneva-Impfstoff als Grundimmunisierung für Personen im Alter von 18 bis 50 Jahren.

Nur Ganzvirus-Impfstoff gegen Covid-19

Der VLA2001-Impfstoff ist der einzige in Europa von der österreichisch-französischen Firma Valneva entwickelte Vollvirus-Impfstoffkandidat („abgetöteter Impfstoff“). Nach langem Warten wurde der Impfstoff am 24. Juni zugelassen. VLA2001 ist der sechste in der EU zugelassene Impfstoff zur Corona-Impfung. 74.000 Dosen wurden nach Österreich geliefert und 150.000 Dosen bestellt. „Der Impfstoff wirkt! Er ist der beste Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf im Rahmen einer Corona-Infektion“, appellierte Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne).

Das Impfgremium empfiehlt einen vierten Punkt

Valneva wird nur für die Erstimpfung verwendet. Es stehen fünf weitere mRNA-Impfstoffe und -Vektoren für die Auffrischimpfung zur Verfügung. Hier empfahl das National Immunization Panel (NIG) ein Update für Personen ab zwölf Jahren. Der Impfplan sollte unabhängig von Infektionen eingehalten werden. Bisher galt die vierte Punktempfehlung für Menschen ab 60 Jahren. Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) rechnet für den Herbst mit einem deutlichen Anstieg der Fallzahlen und empfiehlt FFP2-Masken für den Innenbereich.

Es gibt auch eine Empfehlung, sich testen zu lassen. Die fünf kostenlosen PCR- und Antigen-Schnelltests werden “bis zum Frühjahr” kostenlos abgegeben, sagte Rauch. Eine Wiedereinführung der Impfpflicht schloss er aus. Angepasste Impfstoffvarianten werden im September nach Österreich geliefert. Die Zulassung der ersten bivalenten Impfstoffe durch die EU-Arzneimittelbehörde EMA dürfte daher unmittelbar bevorstehen. Zunächst wird der speziell angepasste Impfstoff für die BA.1-Omicron-Variante erwartet, einige Wochen später folgt der für die aktuelle BA.4/BA.5-Variante angepasste Impfstoff.

Sie sollten niemals auf diesen Impfstoff warten. „Bitte warten Sie nicht, sondern lassen Sie sich jetzt impfen“, appellierte Impfexperte und NIG-Mitglied Herwig Kollaritsch. „Bereits verfügbare Impfstoffe wurden milliardenfach eingesetzt. Sie sind gut erprobt und bieten weiterhin wirksamen Schutz vor einer schweren Erkrankung“, betonte der Infektiologe. Impfvarianten würden „keine nennenswerte Verbesserung der Situation bringen“, das zu erwarten sei eher „absolut irrational“.

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