Mit einer Reihe von Software-Updates für seine Geräte hat Apple zwei möglicherweise bereits ausgenutzte Sicherheitslücken geschlossen. Benutzer sollten ihre Software umgehend aktualisieren.
Eine der Sicherheitslücken lag in Apples Webkit-Software, die zur Anzeige von Inhalten in Webbrowsern verwendet wird. Vorbereitete Websites könnten die Lücke nutzen, um beliebigen Softwarecode auszuführen, erklärte Apple. „Einfach ausgedrückt, ein Cyberkrimineller könnte Malware auf Ihrem Gerät installieren, indem er einfach eine ansonsten harmlose Website ansieht“, warnte die Computersicherheitsfirma Sophos am Donnerstag.
Diese Sicherheitslücke stellte für iPhones und iPads eine noch größere Bedrohung dar als für Mac-Computer: Denn alle Browser auf Mobilgeräten arbeiten mit Webkit und nicht nur mit dem internen Safari-Programm. Die zweite Schwachstelle lag im sogenannten Kernel, dem zentralen Teil des Betriebssystems. Ein Angreifer, der sich bereits Zugriff auf das Gerät verschafft habe, könne damit auf alle möglichen Daten zugreifen, betonte Sophos.
Diese Sicherheitslücken gelten als sehr wertvoll und werden von Geheimdiensten und Entwicklern von Überwachungssoftware oft gezielt ausgenutzt. Bekannt wurde die Pegasus-Software des israelischen Spyware-Unternehmens NSO, die ebenfalls Schwachstellen in Apple-Geräten ausnutzte.
Apple verwies auf Informationen eines anonymen Forschers über Sicherheitslücken, die inzwischen gepatcht wurden. Die iPhone-Gruppe belohnt Informationen über entdeckte Schwachstellen. Apple hat in den vergangenen Jahren immer wieder Sicherheitslücken bei der Veröffentlichung von Updates angekündigt. Bei Software-Updates muss der Nutzer selbst aktiv werden, um diese zu installieren (siehe Infokasten). Aktuelle Betriebssystemversionen sind iOS 15.6.1 für iPhone, iPadOS 15.6.1 für Tablets, macOS Monterey 12.5.1 für PCs.
Update für Apple-Geräte
Normalerweise installiert Apple das Update automatisch auf Geräten, dies kann jedoch einige Zeit dauern. Daher empfiehlt es sich in diesem Fall aktiv zu werden. Gehen Sie auf iPhones und iPads zum Zahnradsymbol namens „Einstellungen“, wählen Sie den Menüpunkt „Allgemein“ und dann „Softwareaktualisierung“. Das Gerät prüft dann, ob eine neue Version des Betriebssystems verfügbar ist. Die neuste Version, die laut Apple die Sicherheitslücken behoben hat, trägt die Versionsnummer 15.6.1. Das Verfahren ist für Mac-Computer ähnlich. Oben links auf dem Bildschirm befindet sich ein Apple-Symbol. Dort können Sie darauf klicken und den Menüpunkt „Über diesen Mac“ auswählen. Das Gerät zeigt dann die aktuelle Version des Betriebssystems an. In diesem Fenster gibt es auch eine Schaltfläche „Software Update“. Der Computer prüft dann, ob ein Update verfügbar ist und bietet die Option an, dieses über „Jetzt aktualisieren“ zu installieren. Die neueste Versionsnummer für Mac mit Monterey OS ist 12.5.1.