AMD und NVIDIA teilen tiefrot: USA verhängen Exportbeschränkungen für KI-Chips

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Die Einschränkungen betreffen Mikroprozessoren, die vor allem für Anwendungen der künstlichen Intelligenz benötigt werden. Der US-Chiphersteller NVIDIA teilte am Mittwoch (Ortszeit) mit, US-Behörden hätten einen Stopp des Exports von zwei Hochleistungschips nach China angeordnet. Dies soll unter anderem die Fähigkeit chinesischer Unternehmen einschränken, leistungsstarke Gesichtserkennungssysteme zu bauen.

NVIDIA ist Verbrauchern vor allem für seine Grafikchips bekannt. Leistungsstarke Grafikprozessoren (GPUs) sind zudem in der Lage, Rechenschritte für maschinelles Lernen in halsbrecherischer Geschwindigkeit abzuarbeiten. Laut NVIDIAs Einreichung bei der US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission sind die Serien A100 und H100 von Exportbeschränkungen betroffen. Der Chiphersteller AMD sagte auch, er habe einen ähnlichen Auftrag für seine GPU-Reihe erhalten. Auch hier sprechen wir von Chips, die sich besonders gut für KI-Berechnungen eignen.

Die Regierung von Präsident Joe Biden versucht seit Monaten, die Regulierung von Hightech-Exporten in Länder wie China und Russland zu verschärfen. Zuletzt führte das Handelsministerium eine Verordnung ein, die den Export von Chip-Design-Software blockieren könnte, die für die Herstellung der nächsten Generation von Chips benötigt wird.

China ist ein wichtiger Markt für NVIDIA. Nach Angaben des Unternehmens könnten die Exportbeschränkungen bis zu 400 Millionen US-Dollar an Quartalsumsätzen kosten.

Die US-Exportbeschränkungen trafen die Aktien von NVIDIA hart

Neue Streitigkeiten zwischen den Vereinigten Staaten und China ließen die NVIDIA-Aktien am Donnerstag fallen. Die Aktien des Grafikprozessor- und Chipsatzentwicklers fielen an der NASDAQ zeitweise um 8,31 Prozent auf 138,39 $ und fielen vorübergehend auf das Niveau vom März 2021. Das machte sie zur zweitschwächsten Aktie im NASDAQ 100-Index, mit viel Technologie.

Die USA hatten Exporte von Hochleistungschips nach China und Russland eingeschränkt. Laut einer Studie des Analysehauses Evercore ISI hat der US-Boykott von Hightech-Exporten nach China zugenommen. Die jüngsten Handelsbeschränkungen der US-Regierung für Hochleistungschips könnten NVIDIA im laufenden Quartal bis zu 400 Millionen US-Dollar Umsatz kosten. Betroffen sind die professionellen Grafikprozessoren A100 und H100. NVIDIA könnte am Ende gezwungen sein, weniger leistungsstarke Komponenten an bestimmte Kunden zu liefern.

„NVIDIA steht zwischen den Fronten des Handelskonflikts zwischen den USA und China, bei dem es aus unserer Sicht vor allem um die Dominanz im Technologiesektor geht“, schreibt DZ Bank-Analyst Ingo Wermann. Laut dem Experten begründeten US-Behörden die Exportbeschränkungen mit der Gefahr, dass die Chips für militärische Zwecke verwendet werden könnten und die nationale Sicherheit der USA gefährden könnten. NVIDIA will chinesische Kunden nun davon überzeugen, auf Prozessoren umzusteigen, die keinen Exportbeschränkungen unterliegen.

„Der regulatorische Eingriff kommt für NVIDIA zu einem ungünstigen Zeitpunkt, da der Konzern derzeit mit einem deutlichen Nachfragerückgang nach Gaming-Produkten zu kämpfen hat“, so Wermann weiter. Aktuell weist das Rechenzentrumssegment aufgrund hoher Investitionen von US-amerikanischen Rechenzentrumsbetreibern sowie Industrie- und Cloud-Unternehmen weiterhin eine sehr hohe Wachstumsdynamik auf. Der Experte rechnet nun mit einer Abschwächung.

Mit dem Kurssturz am Donnerstag hat die NVIDIA-Aktie seit Jahresbeginn nun mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren. Der NASDAQ 100 verlor in diesem Zeitraum „nur“ ein gutes Quartal.

Das Allzeit-Rekordhoch von 346 US-Dollar, das die NVIDIA-Aktie im November letzten Jahres erreichte, ist derzeit in weiter Ferne. Aus technischer Sicht sind die Aussichten trübe. Der Preis wird unter wichtigen kurz-, mittel- und langfristigen Durchschnittslinien angezeigt.

Unterdessen fielen die AMD-Aktien an der NASDAQ um 3,90 Prozent auf 81,61 $.

WASHINGTON/NEW YORK (dpa-AFX)

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Bildnachweise: michelmond/Shutterstock.com, Katherine Welles/Shutterstock.com

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