Günstiger Online-Händler
Amazon rechnet mit schleppendem Weihnachtsgeschäft: Aktien fallen um 20 Prozent
Stand: 06:32 | Lesezeit: 3 Minuten
Amazon erwartet nur ein mageres Wachstum
Was: AP/Ross D. Franklin
Amazon erwartet in diesem Jahr keine Geschenke unter dem Weihnachtsbaum: Für das laufende vierte Quartal erwartet der Online-Händler lediglich einen Umsatz von 140 bis 148 Milliarden US-Dollar. Analysten haben mehr erwartet. Das kommt bei den Anlegern nicht gut an.
Der weltgrößte Online-Händler Amazon rechnet wegen steigender Inflation und Rezessionsängsten mit einem überraschend schwachen Weihnachtsgeschäft. Der Konzern erwarte im abgelaufenen Quartal einen Umsatz zwischen 140 und 148 Milliarden US-Dollar, teilte er am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit. Das entspricht einem für Amazon-Verhältnisse mageren Wachstum zwischen zwei und acht Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Analysten hatten deutlich mehr erwartet. Anleger schickten Aktien in einer Reaktion nach Geschäftsschluss um mehr als 20 Prozent nach unten.
Auch die Gewinnprognose sorgte für Enttäuschung. Amazon prognostizierte für die drei Monate bis Ende Dezember Gewinne in einer sehr breiten Spanne von null bis 4 Milliarden US-Dollar. Im letzten dritten Quartal verdiente das Unternehmen 2,9 Milliarden US-Dollar, gut neun Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Umsatz stieg zwar um 15 Prozent auf 127,1 Milliarden US-Dollar, blieb aber auch hinter den Markterwartungen zurück.
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Selbst die lukrative Cloud-Sparte von Amazon, die anderen Unternehmen Speicherplatz und Online-Dienste zur Verfügung stellt, ist nur langsam gewachsen.
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Amazon Web Services, das Flaggschiff der Cloud-Branche, steigerte den Umsatz um 27 Prozent auf 20,5 Milliarden US-Dollar. Im Vorquartal hatte der Anstieg noch knapp ein Drittel betragen. Obwohl Amazon sagt, dass es angesichts des Inflationsdrucks bei Gas, Energie und Transport die Kosten senkt, wachsen die Ausgaben schneller als die Einnahmen. Im letzten Quartal stiegen die Betriebskosten um 18 Prozent auf 125 Milliarden US-Dollar.
Zudem leidet Amazon, wie viele internationale US-Konzerne, unter der Stärke des Dollars, der nach der Umrechnung in die Landeswährung die Auslandseinnahmen in der Bilanz schmälert.
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Amazons Finanzvorstand Brian Olsavsky kündigte nach Vorlage der Quartalszahlen in einer Telefonkonferenz an, die Kosten weiter zu senken: “Wir unternehmen Schritte, um den Gürtel enger zu schnallen.” In einigen Geschäftsbereichen soll es Einstellungspausen geben, zudem will das Unternehmen bestimmte Produkte und Dienstleistungen einstellen und Investitionen überdenken. Die Sparmaßnahmen könnten allerdings das zuletzt relativ schwache Wachstum bremsen.
Amazon hat wie die übrigen großen Tech-Konzerne an der Börse bereits einen schweren Stand: Der Aktienkurs ist seit Jahresbeginn um rund ein Drittel gefallen. Wenn die Dinge am Freitag stark einbrechen, könnte der Wert der Aktie unter die 1-Billionen-Dollar-Marke fallen.
Das iPhone bringt Apple mehr Umsatz und Gewinn
Unterdessen konnte sich Apple bisher vor allem dank des iPhones der Zurückhaltung der Verbraucher widersetzen. Im letzten Quartal steigerte der Konzern den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent auf 90,1 Milliarden Dollar (90,4 Milliarden Euro). Unterm Strich verbesserte sich der Gewinn von 20,55 Milliarden Dollar auf 20,72 Milliarden Dollar, wie Apple nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte.
Das iPhone war mit einem Umsatzanstieg von 38,9 Milliarden US-Dollar auf 42,6 Milliarden US-Dollar ein wichtiger Treiber des Geschäfts. Wie üblich hat Apple die neue iPhone-Generation im September auf den Markt gebracht, diesmal jedoch eine Woche vor 2021.
Das Mac-Geschäft wuchs inmitten eines schnell schrumpfenden PC-Marktes von etwa 9,2 Milliarden US-Dollar auf 11,5 Milliarden US-Dollar. Beim iPad hingegen sank der Umsatz im vierten Geschäftsquartal, das im September endete, von 8,25 auf knapp 7,2 Milliarden US-Dollar.
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In Europa, wo Apple angesichts des schwachen Euro zuletzt die Preise für neue iPhone-Modelle zum Teil deutlich angehoben hatte, wuchs der Umsatz im letzten Quartal von 20,8 Milliarden Dollar auf 22,8 Milliarden Dollar.
Die Apple-Aktie gab im nachbörslichen Handel leicht nach, nachdem der Kurs in einer ersten Reaktion auf die Zahlen zunächst um bis zu fünf Prozent gefallen war.