Die drei gängigen antiviralen Medikamente zur Behandlung von Affenpocken scheinen auch gegen die Verantwortlichen des jüngsten Ausbruchs wirksam zu sein. Darauf deutet eine Studie von Forschern der Universitäten Frankfurt und Kent hin, über die die Goethe-Universität am Freitag berichtete. Das Team unter der Leitung von Jindrich Cinatl und Martin Michaelis isolierte Viren von zwölf Affenpockenpatienten. In Kulturen von Hautzellen testeten die Wissenschaftler, wie die Erreger auf die derzeit verfügbaren Wirkstoffe Tecovirimat, Cidofovir und Brincidofovir reagieren.
Es zeigte sich, dass alle zwölf Isolate auf die Behandlung mit klinisch erreichbaren Konzentrationen der drei Medikamente ansprachen. „Wir waren sehr besorgt, dass sich das Virus möglicherweise so entwickelt hat, dass es gegen aktuelle Therapien resistent geworden ist“, sagte Cinatl. “Zum Glück ist das nicht der Fall.” Sein Kollege Michaelis fügte hinzu: „Diese Ergebnisse sind sehr beruhigend und geben Anlass zu der Annahme, dass die verfügbaren antiviralen Therapien auch beim aktuellen Ausbruch gegen Affenpocken wirksam sein werden.“
Etwa drei Prozent der Infizierten sterben
Im Mai 2022 wurde erstmals ein größerer Ausbruch von Affenpocken außerhalb Afrikas beobachtet. Bisher wurden die Viren in mehr als 100 Ländern nachgewiesen; Die Weltgesundheitsorganisation erklärte es zu einer „öffentlichen Gesundheitsnotlage von internationaler Tragweite“. Nach Angaben der Universität Frankfurt liegt die Sterblichkeitsrate durch diese Infektion derzeit bei etwa drei Prozent; zehn Prozent der Patienten müssen im Krankenhaus behandelt werden. Besonders gefährdet sind Kleinkinder, ältere Menschen, Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Affenpocken wurden nur in bestimmten Teilen Afrikas gefunden, wo sich Menschen durch den Kontakt mit Nagetieren ansteckten. Inzwischen wurde eine Übertragung von Mensch zu Mensch beobachtet, und auch die Krankheitssymptome unterscheiden sich von denen früherer Ausbrüche. Es wurde daher befürchtet, dass das Virus so mutiert sein könnte, dass es mit herkömmlichen Mitteln nicht mehr bekämpft werden kann.
Das Affenpockenvirus, auch Mpoxvirus genannt, ist eng mit dem Erreger der Pocken (Pocken) verwandt. Diese sehr gefährliche Krankheit mit einer Sterblichkeitsrate von 30 Prozent gilt seit Ende der 1970er Jahre dank Impfungen als ausgerottet.
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