Starkregen in Pakistan Mehr als 1.000 Tote bei Flutkatastrophe

Stand: 28.08.2022 14:40 Uhr

Seit Juni sind in Pakistan mehr als 1.000 Menschen bei Monsunfluten ums Leben gekommen. Zehntausende haben ihr Zuhause verloren und sind von der Außenwelt abgeschnitten. Nach Angaben der Behörden wird sich die Situation voraussichtlich verschärfen.

Durch heftige Regenfälle verursachte Sturzfluten in Pakistan haben mehr als 1.000 Menschen das Leben gekostet. Allein in den vergangenen 24 Stunden seien mehr als 100 neue Todesfälle gemeldet worden, teilte die National Disaster Management Agency mit.

Die Zahl der Todesopfer stieg auf 1.033, darunter 348 Kinder, sagte er. Wasser aus überlaufenden Flüssen beschädigte in dem südasiatischen Land fast eine Million Gebäude und mehr als 3.400 Kilometer Straßen, teilte die Behörde mit.

“Die Situation verschlechtert sich, da stärkere Regenfälle zu Überschwemmungen und Erdrutschen führen”, sagte Adil Sheras, Direktor der Hilfsorganisation CARE in Pakistan. Viele Menschen haben alles verloren und brauchen Hilfe.

Die Situation könnte noch schlimmer werden

Videos in sozialen Medien zeigten, wie Sturzfluten im Swat-Tal im Norden des Landes mehrstöckige Gebäude zum Einsturz brachten. Zehntausende Menschen hätten ihr Zuhause verloren und seien nun in abgelegenen Dörfern von ihrer Umgebung isoliert, sagte er. Es kann Tage dauern, bis die Rettungskräfte sie erreichen.

Menschen sitzen neben einem beschädigten Haus an einem Fluss im nördlichen Swat-Tal. Bild: AFP

Der ohnehin stark von Überschwemmungen betroffene Süden des Landes bereitet sich auf eine neue Flutkatastrophe vor. Die Behörden warnten davor, dass sich die Situation für Millionen von Menschen in den kommenden Tagen verschlechtern könnte.

In der südlichen Provinz Sindh suchten Zehntausende auf Straßen und Schienen Zuflucht. Straßen und Eisenbahnen gehören zu den wenigen Bereichen, die nicht unter Wasser stehen. Zwei Kilometer lange Zelte wurden in der Nähe der Stadt Sukkur errichtet, um die Menschen unterzubringen, die vor den Fluten fliehen.

33 Millionen Menschen betroffen

Die pakistanische Regierung hat am vergangenen Donnerstag den Notstand ausgerufen und um internationale Hilfe zur Bewältigung der Katastrophe gebeten. Insgesamt seien mehr als 33 Millionen Menschen von den Überschwemmungen betroffen, sagte er.

Am Samstag ordneten die pakistanischen Behörden die Evakuierung Tausender Menschen im Norden des Landes an. Armeehubschrauber und Rettungskräfte transportierten am Sonntag weiterhin Bewohner in sicherheitsgefährdete Gebiete.

Pakistan besonders vom Klimawandel betroffen

Pakistan leidet seit Mitte Juni unter ungewöhnlich starken Monsunregen. Experten machen den Klimawandel für die Zunahme von Naturkatastrophen in dem südasiatischen Land verantwortlich. Pakistan ist besonders anfällig für den Klimawandel. Laut der deutschen Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch ist es das achte Land, das am stärksten von Extremwetterereignissen bedroht ist.

Die schlimmsten Überschwemmungen in der jüngeren Geschichte Pakistans ereigneten sich im Jahr 2010. Damals wurde etwa ein Fünftel des Landes überschwemmt und etwa 2.000 Menschen kamen ums Leben. Etwa 20 Millionen wurden obdachlos.

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