Publikumsliebling Christiane Hörbiger ist gestorben

In ihrer Autobiografie „Ich bin der weiße Clown“ hat die 1938 in Wien geborene Tochter des legendären Ehepaares Paula Wessely und Attila Hörbiger ihre Kindheit und Jugend rekapituliert. Auf Wunsch ihrer Eltern machte sie zunächst eine Ausbildung zur Konditorin, entschied sich aber 1955 für eine Schauspielkarriere.

Auf Wunsch seiner Mutter besuchte er das Reinhardt-Seminar, das er für die Dreharbeiten zu dem Film „Kronprinz Rudolfs letzte Liebe“ unterbrach, in dem er Mary Vetsera spielte. Von 1965 bis 1970 spielte sie neben Willy Millowitsch die Rolle der Christl Müller in der ARD-Fernsehserie Donaugeschichten. Der Durchbruch kam jedoch erst in den 1980er Jahren mit der Erfolgsserie The Guldenburg Legacy.

Christiane Hörbiger ist gestorben

Schauspiellegende Christiane Hörbiger, die am Mittwoch nach ihrem 84. Geburtstag am 13. Oktober verstorben ist, ist gestorben. Die Schauspielerin hatte sich in sieben kreativen Jahrzehnten als eine der beliebtesten Fernsehschauspielerinnen des Landes etabliert.

Der außerordentliche Erfolg der „Julia“-Serie öffnete Hörbiger noch viele weitere Türen, wie er am Ende der Serie einmal beschrieb: „Ich bin in der glücklichen Lage, viele Angebote zu erhalten.“ mit Nikolas Leytners Anwaltsdrama „Die Gewürze“. und Paul Harathers Thriller „Die Gottesanbeterin“. Auch die Literaturverfilmung „La visita de la vella“ brachte ihm viele Lorbeeren ein.

Bühne, Film und Fernsehen

Ihr Bühnendebüt als Recha in Lessings „Nathan der Weise“ am Burgtheater 1959 war zunächst alles andere als glänzend. Es erhielt vernichtende Kritiken und wechselte zwei Jahre später an das Städtische Theater Heidelberg. Über Salzburg, wo er 1961 erstmals mit seiner Mutter als Lottchen in Raimunds „Der Bauer als Millionär“ auf der Bühne stand, kehrte er ans Burgtheater zurück und spielte diesmal wieder die Rolle des Recha. mit großem Erfolg.

Fotoserie mit 9 Bildern

Allerdings verließ Christiane Hörbiger 1966 ihre Heimatstadt wieder, um dem ständigen Vergleich mit ihren Eltern und Geschwistern zu entgehen: Auch die beiden Schwestern Maresa Hörbiger und Elisabeth Orth machten Bühnen- und Filmkarriere. Ab 1967 war die Schauspielerin Ensemblemitglied des Schauspielhauses Zürich. Hörbigers Rollenrepertoire umfasste neben Klassikern wie Lessing und Schiller auch moderne Dramatiker und die großen Vertreter der Wiener Theatertradition von Nestroy bis Schnitzler und Hofmannsthal.

Weiter zur TV-Unterhaltung

Mitte der 1980er Jahre wagte sich Christiane Hörbiger mit der Hauptrolle in der Serie „Das Erbe der Guldenburgs“ an der Seite von Brigitte Horney, Stewart Granger und Ruth Maria Kubitschek in die Fernsehunterhaltung. Seitdem hat Hörbiger in zahlreichen österreichischen und deutschen Spielfilmen mitgespielt. Überschwängliche Kritiken erhielt sie für ihre Darstellung der Freya von Hepp in Helmut Dietls preisgekrönter Satire „Schtonk“ über Hitlers gefälschte Tagebücher. Weitere Filmerfolge waren „Tafelspitz“, „Lamorte“ und „Hunger“.

Zuletzt stand er für den Thriller „The Killer’s Muse“ unter der Regie seines Sohnes Sascha Bigler und die Familienkomödie „Once a Son, Always a Son“ vor der Kamera. Hörbiger wirkte auch in Kinder- und Jugendproduktionen mit, so 2006 als Großmutter in Gernot Rolls „Der Räuber Hotzenplotz“. Hörbiger arbeitete auch als Synchronsprecherin.

Zwei Ehen und ein Kind

In erster Ehe heiratete Hörbiger den Regisseur Wolfgang Glück. Ihr zweiter Ehemann und Vater ihres Sohnes Sascha, der Schweizer Journalist Rolf R. Bigler, starb 1978. Mit dem im Sommer 2016 verstorbenen Wiener Regisseur und Autor Gerhard Tötschinger fand die Schauspielerin einen neuen Partner.

Spektakuläres Kurzvideo

Hörbiger ist seit 2003 UNICEF-Botschafter in Österreich. Am 9. November 2009 hielt er die Gedenkrede auf der Demonstration für die Opfer von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Wels. Bei der Landtagswahl 2010 in Wien trat er in einem Video für Michael Häupl und die SPÖ auf, 2016 für den SPÖ-Präsidentschaftskandidaten Rudolf Hundstorfer. 2019 bezeichnete er in einem die ÖVP und Sebastian Kurz unterstützenden Video SPÖ-Präsidentin Pamela Rendi-Wagner und das Misstrauensvotum gegen Kurz im Zuge der Affäre von Ibiza als „völlig bescheuert“.

Zahlreiche Auszeichnungen

Hörbiger erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Bayerischen Fernsehpreis für ihr Lebenswerk, den Adolf-Grimme-Preis, die Karl-Valentin-Medaille und den Ernst-Lubitsch-Preis sowie den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin Serie“ für ihre Rolle als „ Julia”. 2004 wurde sie zur Kammerschauspielerin ernannt, 2009 folgte das Wiener Ehrenzeichen in Gold und im selben Jahr die Romy in Platin für ihr Lebenswerk. 2018 wurde sie für ihr Lebenswerk mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet.

“Bewundert und geliebt”

Entsprechend groß war die Anteilnahme bei der Todesnachricht. „Mit ihr verliert unser Land eine seiner beliebtesten und vielseitigsten Schauspielerinnen“, sagte Bundespräsident Alexander Van der Bellen: „Die einprägsame Art und Weise, wie sie ihre Rollen gestaltet hat, wird Theaterfreunden und dem Kino immer in guter Erinnerung bleiben.“ Auch Werner Kogler (Grüne) äußerte sich via Twitter besorgt: „Mit Christiane Hörbiger ist eine wunderbare und großartige Schauspielerin gegangen. Sie hat sowohl auf der Bühne als auch auf der Leinwand begeistert und wurde dafür von vielen Menschen bewundert und geliebt.“

TV-Hinweis

In memoriam Christiane Hörbiger ändert der ORF sein Programm und widmet der Schauspielerin umfassende Aufmerksamkeit. Am Mittwoch zeigt ORF2 um 20.15 Uhr die Literaturverfilmung „Der Besuch der alten Dame“ und um 22.30 Uhr den Film „Die lange Welle hinter Kiel“. Als nächstes zeigt ORF2 ihren Besuch im „Stöckl“ aus dem Jahr 2017. Auch den Samstag widmet ORF2 ganz der großen Schauspielerin; weitere Informationen unter tv.ORF.at.

Auch Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) würdigte die Verstorbene in einem Statement: „Schon als Kind habe ich ihr großes Talent bewundert, sich in unterschiedliche Rollen zu versetzen. Christiane Hörbiger wusste nicht nur Millionen von Menschen zu begeistern im Theater und auf der Leinwand, aber sie war auch eine Frau mit Haltung.“ Auch die Kultursprecherin der ÖVP, Maria Großbauer, war betroffen: „Mit ihr geht eine Ära zu Ende. Sie hat uns gezeigt, was das bedeutet und was Handeln bewirken kann. […] Es gibt nur eine wie sie.”

„Mit Christiane Hörbiger verlieren wir eine großartige Dame der österreichischen Film- und Theaterszene, die ich persönlich sehr geschätzt habe“, sagte Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Wiens SPÖ-Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler lobte Hörbiger als „eine der beliebtesten Schauspielerinnen Österreichs“. Sie erreichte die Herzen eines Millionenpublikums und wird als Grande Dame des österreichischen Kinos in Erinnerung bleiben; mehr Infos unter wien.ORF.at.

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