„Ich habe auch viel geweint“, kritisiert Eberl Gladbach und bricht den Kontakt ab
22.10.2022 10:57
Im Januar wechselt Max Eberl wegen körperlicher und psychischer Erschöpfung zu Borussia Mönchengladbach. Anfangs gab es viel Verständnis, aber das verschwand, als er seinen neuen Arbeitgeber Leipzig kennenlernte. Erstmals spricht Eberl über seine Freizeit und gewährt tiefe Einblicke.
Im ersten Interview seit seinem Rücktritt als Trainer von Borussia Mönchengladbach und seiner erschöpfungsbedingten Auszeit hat Max Eberl seinen Ex-Klub platt gemacht. „Jemand hat mit mir geredet, dass er psychisch krank ist, dass er krank ist, und er glaubt es nicht. Das ist das Problem!“, sagte der 49-Jährige in einem Interview mit der „Welt“-Zeitung. Er habe den Eindruck, „als ob er nicht wirklich versteht, wovon ich rede und vor allem: wie ich bin“.
Er sei selbst “in Frieden”, ergänzte der künftige Sportdirektor von Bundesliga-Anwärter RB Leipzig: “Wenn ich irgendwann ins Gladbacher Stadion zurückkehre, kann mir keiner nehmen, was ich dort geleistet habe und was wir gemeinsam erreicht haben. Ich kann gucken.” alle. in die Augen dort. Ich weiß nicht, ob sie das auch können.
Grund für seinen Abgang sei die Intensität seiner 23 Jahre dort gewesen, sagte der 49-Jährige. Er arbeitete unermüdlich, und auch sein Privatleben litt darunter: Seine Ehe zerbrach vor dreieinhalb Jahren nach fast 25 Jahren. “Als Fußballer neigen wir aufgrund des engen Zeitplans dazu, die Dinge schnell zu erledigen, aber irgendwann wird der Berg größer, wenn sich alles anhäuft.” Am Ende sei ihm der Berg zu groß gewesen: “Ich war in einer Sackgasse”.
Insbesondere der offene Brief des Gladbacher Fanprojekts, in dem unter anderem Zweifel an Eberls Ehrlichkeit bezüglich seiner Erschöpfung laut wurden, traf den Manager unter diesen Umständen sehr hart. Die Enttäuschung über seinen Wechsel ausgerechnet zu RB Leipzig könne er nachvollziehen, „aber nicht, dass mir Lügen und Spielchen vorgeworfen werden und der Verein so etwas nicht sofort ablehnt.“ Er sei “sehr enttäuscht, dass Menschen, mit denen ich seit 23 Jahren fast jeden Tag arbeite, mir nicht glauben. Ich verstehe das nicht.”
Eine Reise „zu mir“ und ein Tagebuch
Dass der Kontakt zu Gladbach zwischenzeitlich weitgehend abgebrochen sei, habe ihm „zunächst wehgetan“, ihm aber schließlich auch geholfen, „damit Schluss zu machen“, sagte Eberl: „Ich habe jahrelang gearbeitet und wenn ich aufhöre zu arbeiten, war es sehr vorbei schnell.” In Gladbach wüssten sie, “wie es mir geht und wie oft ich in Gesprächen geweint und gesagt habe, ich kann nicht mehr”. Ende Januar erklärte Eberl teils unter Tränen, er sei „kaputt“ und „erschöpft“ und könne deshalb „nicht mehr arbeiten“. Er musste sich um Max Eberl als Person kümmern.
Der Ex-Profi berichtete auch von seinen Auslandsreisen und der psychischen Reise „zu mir selbst“. In seiner Freizeit forderte er „professionelle Hilfe“. “Ich habe auch viel geweint.” Damals fing er auch an, „ein Tagebuch zu schreiben. Das mache ich heute noch.“
Im August habe er gespürt, “wie mich der Fußball wieder süchtig gemacht hat und wie die Kraft und Energie zurückgekommen ist”. Dass er nun das RB-Projekt leitet, das er selbst früher harsch kritisierte, sieht Eberl nicht als großes Verbot: „Am Ende gibt es nur eine Person, für die man wirklich verantwortlich sein muss, und die bist du selbst. Und ich freue mich einfach darauf, für Leipzig zu arbeiten.”