3 überraschende Fakten zum Placebo-Effekt

Wie der Placebo-Effekt funktioniert: was die Wissenschaft sagt

Die Tatsache, dass die Geist-Körper-Verbindung manchmal stärker ist, als manche glauben mögen, veranschaulicht die scheinbar gespenstische Wirkung sogenannter Placebos auf die Heilungs- und Genesungsprozesse unseres Körpers. Placebos, also Scheinmedikamente oder Scheintherapien ohne Wirkstoffe oder Wirkungsweisen, haben das Potenzial, bestimmte krankheitsbedingte Symptome zu lindern. Ein klassisches Beispiel ist die Homöopathie, bei der kleine inaktive Zuckerkügelchen verabreicht werden, um Schmerzen zu lindern, zu beruhigen oder andere körperliche und psychische Beschwerden zu lösen.

So unwissenschaftlich gefälschte Medikamente und Behandlungen auch erscheinen mögen, Placebos sind ein wesentlicher Bestandteil der Wissenschaft. Beispielsweise tauchen Placebos in allen seriösen Studien zur Zulassung neuer Medikamente auf. In Studien werden die Teilnehmer in der Regel in mindestens zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhält das zugelassene Medikament mit dem eigentlichen Wirkstoff, die sogenannte Kontrollgruppe erhält nur ein inaktives Placebo. So können Forscher überprüfen, ob Behandlungserfolge auf einen Wirkstoff zurückzuführen sind oder ob sie andere, noch unentdeckte Ursachen haben.

Und wie funktioniert es?

Placebos basieren auf den positiven Erwartungen der Betroffenen und adressieren daher die Geist-Körper-Verbindung. Denn die Art und Weise, wie wir über eine Behandlung, ein Medikament oder eine medizinische Maßnahme denken, was wir davon erwarten und wie es auf bestimmte Bereiche unseres Körpers wirken kann, kann das gewünschte Ergebnis direkt beeinflussen. Der Placebo-Effekt wirkt als psychosozialer Effekt. Das heißt, wir erwarten auch positive Wirkungen von den Dingen, die wir als wirksam und nützlich bei anderen Menschen beobachten. Auch die Konditionierung spielt eine Rolle. Wenn einige Dinge in der Vergangenheit bereits geholfen haben, werden sie oder ähnliche Dinge auch in Zukunft helfen.

Es hilft zum Beispiel enorm, große Krokodilstränen zu trocknen und die Schmerzen zu lindern, wenn Mama oder Papa sanft auf aufgeschürfte Kinderknie pustet, oder wenn Ärzte uns im Krankenhaus genau erklären, wie und in welcher Form der nächste Eingriff unsere Beschwerden bessert. Der Placebo-Effekt wirkt wunderbar, ist aber nur eine gezielte Aktivierung unserer positiven Erwartungshaltung.

3 Fakten über Placebos, die wirklich überraschend sind

Injizierte Placebos wirken besser als solche in Pillenform

In Wirklichkeit scheinen unsere positiven Erwartungen davon geprägt zu sein, wie wir Placebos erhalten. Studien haben bereits gezeigt, dass Placebos, die mit einer Spritze injiziert werden, wirksamer sein können als solche in Pillenform. Hintergrund: Studienteilnehmer erwarteten von den Injektionen eine größere Wirkung. Außerdem erfolgt durch die Punktion eine direkte Stimulation, man kann beobachten, wie die Placebo-Flüssigkeit aus der Spritze – meist Kochsalz – in die Vene eindringt.

Placebos wirken auch dann, wenn Sie wissen, dass sie es sind

Die „Magie“ des Placebo-Effekts scheint nicht auf der Unwissenheit der Betroffenen zu beruhen. In einer Studie aus dem Jahr 2014 teilten Forscher Migränepatienten in drei Gruppen ein. Die erste Gruppe bekam Pillen mit echten Wirkstoffen. Diese Pillen waren mit dem Namen des Arzneimittels gekennzeichnet. Die zweite Gruppe erhielt ein Placebo. Diese Pillen wurden als „Placebo“ bezeichnet. Die dritte Gruppe erhielt keine Medikamente. Es stellte sich heraus, dass das Placebo in der zweiten Gruppe immer noch 50 Prozent so wirksam war wie das Medikament in der ersten Gruppe.

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Placebos wirken auch bei Tieren

Das Ergebnis dieser Recherche hat uns auch überrascht. Scheinbar wirken Placebos auch bei Tieren. Im Jahr 2010 untersuchte ein Forschungsteam die Wirksamkeit eines Antiepileptikums für Hunde. Das Medikament mit dem Wirkstoff linderte bei 86 Prozent der Hunde die Anfälle. Aber auch das Placebo in der Kontrollgruppe verbesserte die Anfälle bei 79 Prozent der Tiere. Es ist unwahrscheinlich, dass die pelzigen Freunde ihre eigenen Erwartungen an die positive Wirkung des verabreichten Medikaments optimierten und das Placebo dadurch wirksam wurde. Die Forscher gehen jedoch davon aus, dass das Placebo viel unbewusster auf die Tierhalter wirkte. Wahrscheinlich haben sie sich während der klinischen Studie noch liebevoller um ihre kranken Tiere gekümmert. Diese zusätzliche Sorgfalt kann manchmal ausreichen, damit sich unsere pelzigen Freunde ein wenig besser fühlen.

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