Internationale Hilfsorganisationen starten Hilfseinsätze, doch die betroffene Bergregion ist schwer zugänglich. Der U.S. Earthquake Monitor meldete eine Stärke des Bebens von 5,9.
Nach dem verheerenden Erdbeben im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet erschwert der Regen die Rettungsbemühungen. Die Behörden meldeten mindestens 1.000 Tote und 1.500 Verletzte. Assistenten gruben mit ihren Händen und versorgten die Überlebenden mit Nahrung und Kleidung. Auch Massengräber wurden ausgegraben. Inzwischen haben mehrere humanitäre Organisationen dem Land ihre Unterstützung zugesagt. Das Beben hat am Mittwochmorgen mehrere Anwohner getroffen.
Einen solchen Schrecken habe er noch nie erlebt, sagte Chalid Sadran, der amtierende Polizeisprecher der Taliban-Regierung, am Donnerstag. “Obwohl wir unser Leben damit verbracht haben, Bomben zu zünden.” Er fügte hinzu: „Es war unerträglich. Wir haben Essen vom Armeekorps für sie zubereitet. Sie waren hungrig, müde und verängstigt. Dann fing es an zu regnen.“
Viele mutmaßliche Opfer unter den Trümmern
Der Regen erschwerte die Rettungsarbeiten sehr. „Viele Leichen wurden noch nicht geborgen. Manche liegen in den Häusern, manche liegen unter Trümmern“, sagte ein Nachbar aus den betroffenen Gebieten im Osten des Landes dem Fernsehsender Tolonews. “Wir brauchen Kräne, sie sollen uns Häuser bauen und sie sollen uns Zelte bringen. Wir haben die Nacht in den Bergen verbracht”, klagte der Mann.
Das United Nations Office of Relief Services (OCHA) betreibt eine Reihe von Hilfsorganisationen, die der betroffenen Region helfen wollen. „Die Zahl der Todesopfer wird voraussichtlich steigen, wenn die Such- und Rettungsaktionen fortgesetzt werden“, sagte ein OCHA-Sprecher. UN-Generalsekretär António Guterres hat den Opfern sein Beileid ausgesprochen.
“Das Erdbeben in Afghanistan hat ein Land erschüttert, in dem rund 20 Millionen Menschen nicht mehr wissen, wie sie sich ernähren sollen”, sagte Thomas ten Boer, Landesdirektor der Welthungerhilfe in Kabul. „Die lokalen Behörden haben bereits signalisiert, dass ausländische Hilfe willkommen wäre. Das zeigt, dass die Katastrophe, deren Ausmaß noch nicht bekannt ist, allein kaum zu bewältigen ist“, sagt Boer.
Viele Menschen auf engstem Raum in instabilen Häusern
Die Taliban-Führung drückte den Opfern ihre Solidarität und ihr Beileid aus. Laut OCHA wurden in den betroffenen Provinzen bis zu 1.800 Häuser zerstört. Afghanische Medien berichteten, ein Dorf sei komplett zerstört worden. Bauen in der armen und wirtschaftsschwachen Region ist aus Kostengründen nicht erdbebensicher, viele Familien leben zusammen.
Die Rettungsbemühungen wurden durch den schwierigen Zugang zu der abgelegenen Bergregion behindert. Die militanten islamistischen Taliban, die Afghanistan seit August 2021 wieder regieren, haben eine Dringlichkeitssitzung des Kabinetts einberufen. Mehrere Hubschrauber wurden in das Katastrophengebiet geschickt, um der lokalen Bevölkerung zu helfen. Ein Regierungssprecher forderte Unterstützung von humanitären Organisationen. Am Mittwoch trafen einige Hilfsorganisationen vor Ort ein.
Der U.S. Earthquake Monitor (USGS) meldete für das Beben eine Stärke von 5,9 und ein etwas schwächeres Nachbeben. Demzufolge ereignete sich das Beben etwa 50 Kilometer südwestlich der Stadt Khost, nahe der Grenze zu Pakistan, in einer Tiefe von etwa zehn Kilometern. Die pakistanischen Behörden registrierten ein Erdbeben der Stärke 6,1.
Geben
Viele Hilfsorganisationen haben Spendenkonten für Erdbebenopfer in Afghanistan eingerichtet, wie z. B. das Österreichische Rote Kreuz:
IBAN: AT57 2011 1400 1440 0144BIC: GIBAATWWXXX, Erste Bank, BLZ: 20.111Passwort: Katastrophenhilfe
(APA/dpa)