Streptokokken der Gruppe A vom Robert-Koch-Institut: Eine ungewöhnliche Scharlachwelle erreichte auch Deutschland

Auch in Deutschland kam es im vierten Quartal 2022 zu einem ungewöhnlich starken Anstieg von Infektionen mit dem Scharlach-Erreger Streptococcus A. Das ist das Ergebnis einer Auswertung von Daten des Robert-Koch-Instituts, über die das Landesseuchenamt in der aktuellen Ausgabe des Epidemiologischen Mitteilungsblattes informiert. Folglich infizierten sich Menschen aller Altersgruppen mit dem Erreger.

Es gibt keinen Hinweis auf einen neuen Bakterienstamm

Epidemiologen gehen davon aus, dass auch die hohe Prävalenz von Erkältungen und Grippe im Herbst und Frühwinter die Ausbreitung des Scharlach-Erregers begünstigte. Insgesamt ist die Zahl der bestätigten Fälle im Jahr 2022 aber immer noch niedriger als in den Jahren vor der Pandemie. Allein in den letzten zehn Wochen des Jahres 2022 gab es nach RKI-Angaben 676 Fälle von Scharlach. Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 40 Fälle, 2020 waren es zum Jahresende 94 Fälle.

Auch das Verhältnis zwischen den sogenannten invasiven und nicht-invasiven Infektionsverläufen hat sich nicht geändert. Bei einer invasiven Infektion gelangen Bakterien in den Blutkreislauf. In diesem Fall kann die Krankheit schwerwiegend werden. Eine derart überproportionale Zunahme schwerer Verläufe sei nicht zu beobachten gewesen, sagte er. Es gibt keine Hinweise auf einen neuen und gefährlichen Bakterienstamm.

Bei Symptomen: Bleiben Sie zu Hause und suchen Sie Ihren Arzt auf

Das RKI hat für seinen Bericht Daten aus dem Monitoring von Antibiotikaresistenzen, Übertragungen nach Landesvorschriften und dem Nationalen Streptokokken-Referenzzentrum ausgewertet. Alle drei Quellen hatten während der Corona-Schutzmaßnahmen deutlich weniger Scharlach-Infektionen gezählt als vor der Pandemie.

Der aktuelle und erneute Anstieg sei kein Grund, die Zurückhaltung bei der Verordnung von Antibiotika bei einfachen Halsschmerzen aufzugeben, heißt es. Bei Symptomen einer Atemwegserkrankung sollten Betroffene drei bis fünf Tage zu Hause bleiben und ihren Hausarzt aufsuchen.

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