Ukraine-Krieg: Putin verschiebt Rede, doch in einigen Teilen Russlands droht das Kriegsrecht

Aktualisiert am 20. September 2022, 22:57 Uhr

Ukraine-Krieg: Putin verschiebt Rede, doch in einigen Teilen Russlands droht das Kriegsrecht

Russische Staatsmedien hatten für den Abend eine Rede Putins angekündigt. Doch auch nach Feierabend erschien der russische Präsident nicht auf den Bildschirmen. Es wurde jedoch in Erfahrung gebracht, dass in einzelnen Regionen das Kriegsrecht verhängt werden könnte.

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Eigentlich sollte Putin heute zum russischen Volk sprechen.

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Da auch Verteidigungsminister Schoigu teilnehmen sollte, gab es zunächst Gerüchte über eine Generalmobilmachung.

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Nach Angaben des Chefs des russischen Unterhauses ist keine allgemeine Mobilisierung geplant, obwohl in bestimmten Gebieten das Kriegsrecht verhängt werden könnte.

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  • Eigentlich wollte Wladimir Putin am Dienstagabend um 19 Uhr Schweizer Zeit einen Appell an das russische Volk richten. Die Rede wurde auf Mittwoch verschoben.

  • Eine allgemeine Mobilisierung in Rußland war erwartet worden.

  • Das soll jetzt nicht kommen, aber in einzelnen Regionen könnte das Kriegsrecht verhängt werden.

Laut verschiedenen russischen Medien wollte Wladimir Putin am Dienstagabend eigentlich an die russische Bevölkerung appellieren. Auch Verteidigungsminister Shoigu sollte teilnehmen, was Spekulationen über eine allgemeine Mobilisierung anregte. Aber der Chef des Kremls erschien nicht; stattdessen zeigten mehrere russische Fernsehsender ältere Reden des Präsidenten. Nach Angaben der niederländischen Nachrichtenagentur BNO wurde die Rede nun auf morgen verschoben, hieß es aus mehreren kremlnahen Quellen.

Unterdessen schreibt die russische staatliche Nachrichtenagentur „Interfax“, der Sprecher des russischen Unterhauses habe angekündigt, dass es keine Generalmobilmachung geben werde, sondern die Einführung des Kriegsrechts in einzelnen Gebieten möglich sei.

Schwanensee und die Theorien des Atomangriffs

Die einstündige Verzögerung hatte in Kombination mit anderen Faktoren zuvor zu wilden Hänseleien und Spekulationen auf Twitter geführt. Einige Nutzer hofften, dass im russischen Staatsfernsehen bald nur noch Tschaikowskys Oper „Schwanensee“ in Dauerschleife zu sehen sein würde. Denn als am 19. August 1991 Panzer und Truppen in Moskau einmarschierten, zeigten staatlich kontrollierte Sender diese Oper. Die Russen merkten schnell, dass etwas nicht stimmte: Nach Breschnews Tod lief die Oper stundenlang im Staatsfernsehen, während nach einem Nachfolger für den sowjetischen Führer gesucht wurde.

Andere stellten sich noch dunklere Szenarien vor. Als ein russisches Flugzeug stundenlang nordöstlich von Moskau kreiste, spekulierten Nutzer, dass es sich um einen “Weltuntergangsplan” handeln könnte und Putins angekündigte Rede nur ein Ablenkungsmanöver sei, um von einem ersten Atomangriff abzulenken. Der Begriff stammt aus dem Englischen und bezeichnet ein Flugzeug, das als mobile Kommandozentrale für die nationale Führung einer Atommacht dient.

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