Lachparade mit Roger: Star-Reporter hatte ‘legendärstes Interview’ seiner Karriere mit Federer

Veröffentlicht am 17. September 2022, 05:01

Lachparade mit Roger: Star-Reporter hatte ‘legendärstes Interview’ seiner Karriere mit Federer

Ruhig, seriös, professionell: Der Ruf von Roger Federer eilt ihm stets voraus. In seltenen Fällen laufen die Pferde jedoch mit dem Meister durch. Vor allem, wenn jemand vor Ihnen Spanisch spricht. Der portugiesische Journalist Pedro Pinto kann Ihnen dazu einiges erzählen.

Gelächter: Die lustigsten Szenen aus dem CNN-Interview auf Video.

Was: CNN

  • Immer wenn Roger Federer jemanden Spanisch sprechen hört, muss er lachen.

  • So auch im Jahr 2009, als er ein Interview mit CNN führte.

  • Der damalige Journalist Pedro Pinto erinnert sich: “Er konnte sich nicht zusammenreißen.”

Viele kennen ihn als Moderator der Weltfußballer-Gala oder der UEFA-Auslosung. Bevor Pedro Pinto 2013 als Kommunikationschef der UEFA eine Karriere im Fußballgeschäft einschlug, arbeitete der Portugiese als Reporter für den internationalen Fernsehriesen CNN. Er hatte Weltklasse-Sportler vor seiner Kamera: Ronaldo, Kaká, Robinho, José Mourinho, Rafael Nadal, Alex Ferguson, Pelé, Novak Djokovic und Roger Federer.

Ein Interview mit dem kürzlich zurückgetretenen Tennismeister ist Pinto in besonderer Erinnerung geblieben. Das legendärste Interview, das er je gegeben hat, fand 2009 auf dem Paradeplatz in Zürich statt. Der Berater von heute erzählt 20 Minuten: «Ich bin mit CNN von London nach Zürich gereist, um ihn an einem Event der Credit Suisse zu interviewen.» Zunächst war es ein sehr erfolgreiches Interview auf Englisch.

Ein Lachanfall und dutzende Schüsse

Doch als CNN die gleichen Fragen auf Spanisch für das lateinamerikanische Publikum stellen wollte, wurde Federers Schwäche für die Sprache gnadenlos offengelegt. Pinto: „Ich musste nur Spanisch sprechen. Roger musste nur zuhören, damit sie ihn von hinten filmen und seine Antworten dann ins Englische übersetzen konnten. „Nur: Wenn Federer Spanier ist, muss er lachen. Und das war auch an jenem Herbsttag in Zürich so.“ Er lachte laut”, sagt Pinto.

“Roger konnte sich einfach nicht zusammenreißen”, sagte der 47-Jährige. Es hätte ungefähr eine Stunde und dutzende Einstellungen gedauert, bis die vier spanischen Fragen endlich in der Box waren. Unterdessen muss Federer aufstehen und im Raum umhergehen, um seine Fassung wiederzuerlangen. Pinto: „Deshalb hätten wir beinahe unseren Rückflug nach London verpasst.“

Irgendwann waren beide so in einem Lachmodus, dass es unglaublich schwer war, ernst zu werden. „Auf surreale Weise“, erinnert sich Pinto, „ist es immerhin Roger Federer, der vor einem einen Lachanfall hat.“

Trauer und Wertschätzung

Das Gespräch in Zürich war nur eines von vielen, die Pinto mit King Roger führen konnte. Das war natürlich das Highlight. Aber Federer war im Grunde der Lieblingsinterviewpartner des ehemaligen Journalisten. Pinto: „Mit Roger verliefen die Interviews so, wie sie sein sollten. Er hat immer von Mensch zu Mensch mit mir gesprochen, nicht wie ein Superstar mit einem Reporter.“ Als er am Donnerstag von Federers Rücktritt erfuhr, war er zunächst traurig. „Aber das Gefühl wurde schnell von der Wertschätzung abgelöst, die ich hatte habe so viele tolle Gespräche mit ihm”, sagt Pinto.

„Ich würde nicht direkt von Freundschaft sprechen, da Roger eine sehr gute und enge Atmosphäre hat“, fährt er fort, „aber wir hatten damals ein sehr gutes Verhältnis“. Sie können es im Video über dem Text sehen.

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Ein Bild aus seiner Zeit als UEFA-Medienchef: Pedro Pinto (rechts) mit dem damaligen Präsidenten Michel Platini und dem damaligen Generalsekretär Gianni Infantino.

imago/GEPA-Bilder

2019 moderierte Pinto die Auslosung der Gruppenphase für die Europameisterschaft 2020. Hier ist er mit Moderatorin Corina Caragea (links) und dem heutigen Uefa-Generalsekretär Giorgio Marchetti (Mitte).

Bilder imago/Schüler1 / 20

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