Militärjustiz: Ist Schweizer Militärdienst in der Ukraine?

Die Militärjustiz ermittelt gegen sechs Personen

Fast drei Dutzend Schweizer kämpfen in der Ukraine

An der Front in der Ukraine scheinen mehr als 30 Schweizerinnen und Schweizer zu dienen. Die Engpässe seien gross, die Russen schiessen pausenlos, sagt ein Berner. Die Militärjustiz ermittelt gegen mehrere Personen wegen des Verdachts des Militärdienstes im Ausland.

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In der Ukraine kämpfen zahlreiche Ausländer gegen die Russen, darunter auch Schweizer.

Fast drei Dutzend Schweizer kämpfen in der Ukraine gegen die russischen Invasoren. Darunter auch ein schweizerisch-ukrainischer Staatsbürger, berichtet die «SonntagsZeitung». Der Freiwillige berichtet von großen Schwierigkeiten. «Manche brechen zusammen und müssen die Front verlassen», sagt die in Bern aufgewachsene Doppelbürgerin.

Der 28-Jährige hatte sich bereits im März bei der ukrainischen Botschaft in Wien als freiwilliger Kämpfer der Internationalen Legion zur Verteidigung der Ukraine vorgestellt. Nachdem er seine Papiere überprüft hatte, wurde er angewiesen, seine Reise fortzusetzen. In der Ukraine absolvierte er eine intensive Ausbildung zu Panzerabwehr- und Maschinengewehrsystemen. „Wir haben sie auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt. Bis die Griffe automatisch herauskamen.

Schon bei seinen ersten Einsätzen war die Stimmung an der Front gedrückt. Die Stellungen sind ständig russischer Artillerie ausgesetzt. «Jeder von uns hat schon einen guten Freund verloren», sagt der Berner. Er macht trotzdem weiter. “Zu wissen, dass man jeden Moment von einem Projektil getroffen werden kann, ist langweilig.” Für ihn sei es „wichtig, etwas bewegen zu können und die Ukraine, das Land meines Vaters, zu verteidigen“.

Die Militärjustiz ermittelt gegen sechs Personen

In seiner Truppe sind junge Menschen zwischen 20 und 30 Jahren – darunter auch Frauen – aus vielen Ländern; Viele haben wenig militärische Erfahrung. Ältere Veteranen aus den Vereinigten Staaten oder Kanada, die im Irak oder in Afghanistan dienten, trainierten die jüngeren in Kampftaktiken. Angaben über den Standort von Stellungen oder Waffen sind tabu.

Freiwillige Kämpfer in der Ukraine werden offenbar vom Schweizer Geheimdienst FIS beobachtet. Auf Anfrage der Zeitung sagte eine Sprecherin: „Die Militärjustiz hat bislang Verfahren gegen sechs Personen wegen des Verdachts des Wehrdienstes im Ausland eingeleitet.“

Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu drei Jahre Haft. Jeder, der eine andere Nationalität hat, dort seinen Wohnsitz hat und Militärdienst leistet, würde jedoch nach dem Gesetz straffrei bleiben. Ob auch für den 28-jährigen Berner Doppelbürger Straffreiheit gilt, ist unklar. (ke)

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