WIEN Spekulationen über eine geplante Wiederaufnahme der Gaslieferungen nach Russland trieben die europäischen Märkte am Handelsnachmittag hingegen in die Höhe. Zwei mit den Exportplänen vertraute Quellen sagten, dass die Versorgung mit russischem Gas durch die Gaspipeline Nord Stream 1 laut einem Reuters-Bericht voraussichtlich am Donnerstag nach Abschluss der geplanten Wartungsarbeiten wieder aufgenommen wird, zwar nicht mit voller Kapazität, aber mit das Tempo vor der Wartungspause.
Vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag kursierten weiterhin Spekulationen über die erste Zinserhöhung seit elf Jahren. Aufgrund des starken Aufwärtsdrucks auf die Preise gebe es Überlegungen zu einem stärkeren Anstieg der Zinsen um 0,5 Prozentpunkte, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise. Dies beflügelte den Euro und wurde zu einem Zeichen für eine erhöhte Risikobereitschaft der Anleger, kommentierte ein Marktbeobachter.
Die Inflation in der Eurozone habe sich im Juni weiter beschleunigt und sei auf ein Allzeithoch zurückgekehrt, wurde am Morgen bekannt gegeben. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Verbraucherpreise laut Statistikamt Eurostat um 8,6 Prozent. Eine erste Schätzung wurde bestätigt.
Ein Branchenvergleich in Europa zeigte, dass Finanzen zu den größten Vorteilen gehören. Bankaktien sollten von der Aussicht auf steigende Zinsen profitieren, sagte er. Unter den Zahlen der heimischen Industrie legte die Bawag um fast vier Prozent zu und die Erste Group schloss um 2,3 Prozent höher. Raiffeisen verbesserte sich um 2,7 Prozent.
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Unter den weiteren Schwergewichten im Index legten OMV und Wienerberger jeweils um 2,1 Prozent zu. Andritz konnte um 1,8 Prozent zulegen, Voestalpine war 1,7 Prozent stärker. Stark nachgefragt waren auch die Aktien der Post, die um 2,9 Prozent zulegten. Porr stieg um 3,2 Prozent.