Kunst
Im Belvedere 21 findet Österreichs erste Einzelausstellung der britischen Künstlerin und Bildhauerin Rebecca Warren statt. Warrens Bronzeskulpturen und Neoncollagen sind bis 16. Oktober im The Now Voyager zu sehen.
15.07.2022 06.01
Online ab heute, 6.01 Uhr
Rebecca Warren kreiert ihre Skulpturen und Konstruktionen unter anderem mit Ton, Bronze, Stahl und Neon. Warrens erste österreichische Einzelausstellung „The Now Voyager“ umfasst neun große handbemalte Bronzeskulpturen auf verschiedenfarbigen Sockeln. Die Skulpturen reichen von blockartig bis figurativ. Der Bildhauer vergleicht einige Skulpturen mit dem Alien-Set der berühmten Star Wars-Barszene.
Warren interessiert sich für Masse, Gewicht und Volumen. Die Bronzeskulpturen sind schlank oder geschwollen und die teilweise figurativen Formen scheinen mit Gleichgewicht und Schwerkraft zu kämpfen. In einem Interview im Belvedere Museum erklärte Warren, dass er Skulpturen wie krumme Stoffe behandelt, weshalb einige seiner Skulpturen flach werden. Warren hebt bestimmte Merkmale der Skulpturen hervor und bearbeitet ihre Oberflächen mit Farbakzenten.
Fotografische Serie mit 3 Bildern
Foto von Angus Mill Neon-Collage von Rebecca Warren Die unergründliche Passage einer außerirdischen oder göttlichen Intelligenz Johannes Stolls Ausstellung The Now Voyager dauert bis zum 16. Oktober Johannes Stolls Kunstwerk Rebecca Warren We R the Batique
Neon-Selbstporträtelemente
Eine Reihe neuer Collagen aus Neon, handelsüblicher Farbe, Wolle, Draht und anderen Elementen wird ebenfalls zu sehen sein. Sie sollen einen Kontrapunkt zu Bronzeskulpturen bilden und eine Lichtkonstellation im Raum bilden. Sie haben auch eine ästhetische und skulpturale Funktion, erklärte Warren in einem Interview im Belvedere Museum.
Warren verwendete hauptsächlich blassrosa Töne für die Sockel und Wände. Damit möchte der Künstler eine warme und angenehme Wirkung erzielen. 1997 machte Warren ein Neon-Selbstporträt. Seitdem verwendet er das Material regelmäßig in Collagen und Vitrinen. Einige Elemente des ersten Neon-Selbstporträts tauchen auch in den neuen Collagen des Museums Belvedere wieder auf.
Das „perfekte Selbst“ im Fokus
Der Titel der Ausstellung „The Now Voyager“ ist eine Variation einer Zeile aus dem Gedicht „The Untold Want“ von Walt Whitman. Das Gedicht handelt davon, dass Menschen selbstbestimmt und ohne Einschränkungen Erfahrungen sammeln sollen. Laut Rebecca Warren versucht sie immer, das wahre oder „perfekte Selbst“ einer Skulptur hervorzuheben.
Der Künstler modelliert seine Bronzeskulpturen zunächst in Ton und lässt die Tonmodelle anschließend in Bronzeformen formen, deren Oberflächen er poliert, patiniert und bemalt. Körperliche Arbeit muss immer durch Fingerabdrücke, Löcher und Kratzer konserviert werden. Rebecca Warren lebt und arbeitet in London. Nach seinem Studium am Goldsmiths College und Chelsea College of Art and Design wurde er durch Einzel- und Gruppenausstellungen in Europa und den USA bekannt.