Anleger und technische Analysten freuen sich auf den Start der internationalen Aktienmärkte ins neue Jahr 2023. Erste Kurssignale aus Europa machen Hoffnung: Der DAX konnte am Montag zulegen, deutlich im Plus und über der psychologisch wichtigen Marke von 14.000 schließen. Der „echte“ Jahresbeginn ist allerdings erst heute, denn die meisten Börsen der Welt sind am Montag noch geschlossen, um den Neujahrstag nachzuholen. Es gab Anfang der Woche keine Preissignale aus China, Japan, Großbritannien, der Schweiz oder den USA.
Damit verändert sich bis nächste Woche auch die Bedeutung eines der beliebtesten Indikatoren: die „ersten fünf Januartage“. Insbesondere in den USA wird der ersten Handelswoche im Januar eine besondere Bedeutung für das Gesamtjahr zugeschrieben. Bringen die ersten fünf Handelstage an der Wall Street einen Kursgewinn von mehr als zwei Prozent, dürfte auch das gesamte Handelsjahr erfolgreich verlaufen.
Statistisch gesehen sieht dieser Wall-Street-Mythos nicht schlecht aus, aber die Anleger sollten den letzten dieser fünf Tage abwarten. Denn auch im Krisenjahr 2022 hatte der DAX einen freundlichen Start vorgetäuscht und erst am dritten Handelstag nach Süden abgedreht.
Dax 14.170,34
Das erste Highlight des Jahres steht bereits heute auf der Wirtschaftsagenda: um 14 Uhr werden die vorläufigen Verbraucherpreise für Dezember veröffentlicht. Experten erwarten, dass die Inflationsrate von 10,0 Prozent im November auf 9,1 Prozent im Dezember nachgelassen hat, was bedeutet, dass der Preisdruck nachgelassen hat. Volkswirte verweisen insbesondere auf den deutlichen Rückgang der Öl- und Benzinpreise. Im Oktober lag die Inflationsrate bei 10,4 %, dem höchsten Stand seit 1951.
Es gibt auch Daten zur Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes. In Großbritannien wird die zweite Veröffentlichung des Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe erwartet. Auf Unternehmensseite sollten vor allem Aktionäre von Philips und Siemens in die USA blicken: Der Mischkonzern General Electric (GE) gliedert seine Gesundheits- und Medizintechnik-Sparte GE Healthcare aus.