Gefälschter Blick-Artikel: 25’000 Franken durch Krypto-Betrug verloren

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Thomas W. verlor in weniger als einem Monat 25’000 Franken.

Tobias Ochsenbein Reporter

Ein Klick auf den falschen Link macht Thomas W.* (42) kaputt. Der Traum vom schnellen Geld mit Kryptowährung kostet in der Ostschweiz 25’000 Franken. Das Geld ist weg – in weniger als einem Monat! W. wurde Opfer von Finanzbetrügern.

“Ich habe mich durch einen gefälschten Blick-Artikel in die Masche verliebt, in der die Sendung ‘Die Höhle der Löwen’ beworben wurde”, sagt Thomas W. Er ging nie von einer Masche aus, weil er glaubt, dass die Sendung seriös war . Den schnellen Gewinn hätte der Unternehmer für eine anstehende Investition nutzen können. „Das war naiv und dumm. Aber: Das ganze Geflecht ist perfekt strukturiert“, sagt er.

Ob Promis wie Roger Federer (41) oder TV-Shows wie «Höhle der Löwen»: Betrüger missbrauchen immer wieder bekannte Namen, um Schweizer Internetnutzer mit der Aussicht auf einen schnellen Bitcoin-Gewinn zu betrügen. Das zeigt auch der Fall von Désirée H.* (64) aus Biel BE (Blick berichtet).

Betrüger meinen es ernst

Betrugsfälle sind fast immer die gleichen. Nachfolgende Opfer landen über perfekt gefälschte Websites auf einer ominösen Handelsplattform. Im Fall von Thomas W. wurde dies als TD-Trade bezeichnet. Dort wird Opfern suggeriert, es mit seriösen Finanzdienstleistern zu tun zu haben. Nur: «Betrüger erstellen Webseiten, die echt aussehen», sagt die Kantonspolizei Zürich.

Davon kann Thomas W. ein Lied singen. Kurz nach der Anmeldung erhielt er eine E-Mail von einem „Premium Financial Advisor/Senior Broker“ von TD-Trade. Er schrieb: „Mein Name ist Dominik Poirier. Morgen fangen wir an, zusammenzuarbeiten.“ Von da an stand W. fast täglich mit Poirier in Kontakt, schriftlich und telefonisch. Er sagt: „Poirier sprach gut Deutsch mit französischem Akzent.“ Blick versucht später, Poirier zu erreichen mit seiner deutschen Nummer Aber die Anrufe werden angenommen: niemand.

W. spricht von einer „Bitcoin-Aktion“ seines „Finanzberaters“, bei der in nur zwei Wochen große Renditen erzielt werden können. So investierte Thomas W. fast 10’000 Franken. Hier beginnt der eigentliche Betrug.

Ich habe Geld sich vermehren sehen

Die Autoren weisen W. an, das Geld auf ein Konto bei einer Krypto-Börse einzuzahlen. Später teilen sie Ihnen eine bestimmte TD-Trade-Handelsplattform-Wallet-Adresse mit, an die Sie das Geld senden sollen. W. tut, was er verlangt.

Die Plattform wirkt seriös. Mit TD-Trade kann W. quasi in Echtzeit zusehen, wie sich sein Geld vermehrt. Er macht angebliche Gewinne von mehr als 1000 Franken pro Tag. Als das angelegte Geld 65 000 Franken wert war, wollte er es abheben. Dann beginnen die Probleme.

In Bezug auf die Zahlung muss TD-Trade zunächst eine „Deklarationszahlung“ von 14 Prozent des Betrags in Bitcoin an seine vermeintliche Krypto-Wallet überweisen, damit das Geld an sie ausgezahlt werden kann. W. zahlt fast 9000 Franken. Später dann die Meldung, dass er eine Mindestanzahl an Bitcoins in seinem vermeintlichen Wallet haben müsse, damit endlich der volle Betrag ausbezahlt werden könne. W. schießt deshalb 7000 Franken mehr ab.

Die Freundlichkeit der Betrüger hört sofort auf

Unmittelbar danach erhält er einen Anruf von einem gefälschten Finanzdienstleistungsunternehmen namens Blockchain, in dem ihm mitgeteilt wird, dass das Geld von W von der britischen Financial Conduct Authority (FCA) eingefroren wird. Der Grund: Das Geldwäschegesetz und Ermittlungen wegen möglicher Terrorismusfinanzierung erfordern es. «Um mein gesperrtes Geld freizugeben, hätte ich den gesamten eingezahlten Betrag, also insgesamt 25’000 Franken, noch einmal als sogenanntes ‹Schattengeschäft› überweisen müssen», sagt W.

Er sagt: „Von hier an hörte die Freundlichkeit der Betrüger auf. Sie fingen an, mich zu hetzen und mich psychisch unter Druck zu setzen, endlich die Zahlung zu leisten, sonst würde ich mein ganzes Geld verlieren.” Spätestens an diesem Punkt begreift Thomas W. das Unverständliche: Er sei getäuscht worden. Er sei zunehmend verzweifelt, schreibt Poirier ein Whatsapp-Chat: „Ich bin finanziell am Ende, psychisch angeschlagen und kann mich kaum noch auf den Beinen halten.“ Die Antwort des Betrügers: Er musste einfach einen Kredit aufnehmen.

Zum Glück lässt Thomas W. es bleiben. Rückblickend sagt er: „Kurzfristig so viel Geld zu verdienen, ist utopisch.“ Er meldete den Fall der Polizei.

* Namen haben sich geändert

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