Politik Bundesnachrichtendienst
Beim BND der Spionage verdächtigt
Stand: 11:05 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Verdacht auf Landesverrat: Angeblicher russischer BND-Spion entlarvt
Der Bundesnachrichtendienst hat einen Doppelagenten in den eigenen Reihen entdeckt. Er soll Staatsgeheimnisse an Russland verraten haben. Justizminister Buschmann spricht von einem schweren Schlag gegen die russische Spionage.
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Es wird vermutet, dass ein Mitarbeiter des deutschen Auslandsgeheimdienstes für Russland tätig war. Er wurde festgenommen und wird wegen des Verdachts des Hochverrats ermittelt. Nach Informationen von WELT könnte es weitere Fälle geben.
Ein Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) wird der Spionage für den russischen Geheimdienst verdächtigt. Die Bundesanwaltschaft Karlsruhe hatte den Mann am Mittwoch vom Bundeskriminalamt festnehmen lassen. Am Donnerstag wurde der Angeklagte dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt. Der BND-Mitarbeiter sitzt nun in Untersuchungshaft.
Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ermittelt wegen des Verdachts des Landesverrats. Außerdem wurden Wohnung und Arbeitsplatz des Beschuldigten und einer weiteren Person durchsucht. Die Durchsuchungen fanden laut BND in zwei Liegenschaften des Geheimdienstes statt.
Doppelter Spion für Russland?
Bei dem BND-Mitarbeiter handelt es sich laut Bundesanwaltschaft um den deutschen Staatsbürger Carsten L. Der Haftbefehl wirft ihm vor, im Jahr 2022 Informationen an den russischen Geheimdienst weitergegeben zu haben, die er im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit erlangt hatte. Der Inhalt ist Staatsgeheimnis im Sinne des § 93 StGB.
Nach Informationen von WELT könnten weitere BND-Mitarbeiter für den russischen Geheimdienst gearbeitet haben. Bisher gab es jedoch keine weiteren Festnahmen.
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Ex-BND-Agent Gerhard Conrad
Nach Angaben von BND-Präsident Bruno Kahl arbeite seine Dienststelle “eng und vertrauensvoll” mit den Ermittlungsbehörden zusammen, um den Fall “gründlich aufzuklären”. Nachdem der BND im Rahmen seiner nachrichtendienstlichen Arbeit von einem möglichen Fall von Landesverrat in den eigenen Reihen erfahren hatte, habe der BND laut Kahl unverzüglich “umfassende interne Ermittlungen” eingeleitet. Als diese den Verdacht erhärteten, wurde sofort der Generalbundesanwalt eingeschaltet.
Angesichts der laufenden Ermittlungen werde sich der BND zu weiteren Details in diesem Fall derzeit jedoch nicht öffentlich äußern, sagte Kahl. Maßhalten und Diskretion sind in diesem „Sonderfall“ sehr wichtig. „Mit Russland haben wir es mit einem Akteur auf der anderen Seite zu tun, mit dessen Skrupellosigkeit und Gewaltbereitschaft wir rechnen müssen. Jedes Detail dieses Prozesses, das öffentlich gemacht wird, bedeutet für diesen Gegner einen Vorteil in seinem.“ Absicht, Deutschland zu schaden.“ Der Erfolg der Ermittlungen hänge davon ab, „dass so wenig Öffentlichkeit wie möglich gemacht wird, bis die Bundesanwaltschaft ihre Ermittlungen abgeschlossen hat.“ Er bittet um Ihr Verständnis.
Bisher gibt es in Deutschland nur wenige Fälle, in denen Doppelagenten aufgedeckt wurden. Erst vor wenigen Jahren wurde ein BND-Mitarbeiter festgenommen und verurteilt, weil er angeblich Informationen des US-Geheimdienstes CIA erhalten und diese dann den Russen angeboten hatte.
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