Die Bewohner des Konferenzraums „Erde Brennt“ im ehemaligen AKH wollen nicht weg

Seit 20 Tagen ist der Konferenzraum C1 des ehemaligen AKH im Alsergrund belegt. Die für die Kampagne verantwortliche Bewegung „Uni Burns“ denkt nicht an ein Ende. Forderungen werden nun auch an den Kanzler der Universität Wien gestellt.

WIEN/ALSERGRUND. Seit 20 Tagen ist der C1-Hörsaal der Universität Wien auf dem ehemaligen AKH-Campus belegt, und ein Ende ist wohl noch lange nicht in Sicht. Das bestätigten die Klimaaktivisten der Gruppe „Erde brennt“ in einer Pressekonferenz am Montag, 5. Dezember.

Gefordert war vor allem eines: Dialogbereitschaft des Rektorats der Universität Wien. „Bei ‚Erde Brennt‘ haben wir direkte Forderungen an die Hochschule, wie verpflichtende Klimabildung in allen Studiengängen, Mitbestimmung im Curriculum und der Abbau sozialer Hürden im Studium“, sagt Bruno Sanzenbacher, Sprecher von Erde Brennt-Gruppe der Universität Wien. Das Pfarramt habe diese Gespräche jedoch bisher blockiert, so Sanzenbacher: „Das ist nicht hinnehmbar!“

Auch die Infrastruktur der Universität Wien unterstützt die Proteste

Einige MitarbeiterInnen der Universität Wien, die im Unterbau der Bildungseinrichtung tätig sind, unterstützen die Forderungen der Bewegung und bekräftigen ihre Unterstützung. Sebastian Kugler vom „Unterbau Uni Wien“, einer Initiative prekärer Universitätsbediensteter:

Aufgrund von Kettenverträgen und § 109 UG-Novelle ist die Tätigkeit in der Wissenschaft mit großen Hindernissen verbunden. Die prekären Bedingungen erschweren oder verunmöglichen das Studium und die Arbeit an der Hochschule.

Kugler stellte deshalb auch “Arbeitskämpfe” in Aussicht: etwa eine Demonstration am Dienstag, 6. Dezember, und Streiks im Bildungswesen.

Viel Solidarität

Während der Pressekonferenz gab es weitere Solidaritätsbekundungen, unter anderem von Franz Essl, Professor für Biodiversität an der Universität Wien, Vertretern des wissenschaftlichen Mittelbaus, Aktivisten der Universität für Bodenkultur und der Universität Salzburg. wie die HochschülerInnenschaft (ÖH) der Universität Wien.

Was halten Sie von der Besetzung des Klassenzimmers?

Laut “orf.at” ist den Hausbesetzern durchaus bewusst, dass der Raum gereinigt werden könnte. Dort, sagt Sanzenbacher, werde der C1-Klassenraum dringend benötigt: Es gebe einen Supermarkt und vier Restaurants in der Umgebung, aber keine Kantine. Einen so großen Raum scheint die Bewegung nicht nur für alternative Kurse, sondern auch für ein vielfältiges Programm zu brauchen.

Drag-Show im Klassenzimmer

„Wir hatten gestern eine wunderbare Travestieshow, der Raum war voll“, sagte Sanzenbacher gegenüber ‚orf.at‘: „Wir füllen den Raum jeden Tag mit einem alternativen Programm und Unterricht, der dem Raum gibt, was er bisher hatte Platz im Lebenslauf.“ Reguläre Lehrveranstaltungen, die sonst in der Halle stattfinden würden, könnten praktisch alle an alternativen Orten stattfinden.

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