Geschäft
Viele Branchen kämpfen derzeit mit hohen Energiekosten, so auch Wiener Bäckereien. Bisher gab es keine Schließungen, aber die Lage ist angespannt und die Aussichten für 2023 ungewiss.
20.11.2022 00/01
Online seit heute, 00:01 Uhr
„Die Teigkühlung, die Öfen sind im Dauerbetrieb und werden zum Teil mehrmals täglich angeliefert. Alles verbraucht viel Energie“, sagt Josef Angelmayer, der Meister der Lebensmittelindustrie-Innung in Wien, im Interview mit Radio Wien. Die Wiener Bäckereien haben es bisher geschafft, die Preissteigerungen in Grenzen zu halten. Brot ist aber mehr geworden rund zehn Prozent teuer.
„Sparen wo du kannst“
Zur Bewältigung der Krise versuche man derzeit, so der Innungsmeister, wo immer möglich Energie zu sparen. Insbesondere wird versucht, Leerlaufzeiten bei den Öfen zu vermeiden. Die Zustellung erfolgt in der Regel morgens, oft aber auch zwei- bis dreimal am Tag. Hier werden die Fahrten laut Angelmayer nun zusammengefasst. Auch bei den Kühlgeräten versucht man zu sparen: „Die Geräte sollten richtig voll sein, wenn sie angehen“, sagt Angelmayer.
Viele Unternehmen haben noch „alte“ Energietarife.
Aktuell versucht die Branche, den Herausforderungen mit internen Maßnahmen zu begegnen. Für das Jahr 2023 seien die Aussichten allerdings sehr ungewiss, weil niemand vorhersagen könne, wie sich die Krise entwickeln werde, sagt der Gewerkschaftsmeister: „Wir hoffen natürlich, dass es nicht so sein wird, dass die Betriebe das nicht aushalten, bzw dass andererseits Verbraucher unsere Produkte nicht mehr bezahlen können”.
Außerdem ist vielen Unternehmen derzeit nicht wirklich bewusst, wie stark die Energiepreise gestiegen sind, weil sie noch die „alten“ Tarife haben. Mit dem Jahreswechsel würden die Sätze angepasst. Laut Angelmeyer könnte dies die Situation noch schwieriger machen.
Ana Thurnher, wien.ORF.at