Neuer Protest Demonstranten fordern den Erhalt der Stadt Lützerath

Stand: 12.11.2022 22.38 Uhr

Ein Bündnis aus Umweltverbänden und klimapolitischen Organisationen hat für Samstag in Lützerath am Tagebau Garzweiler II zu einer Demonstration aufgerufen. Gleichzeitig fanden in 20 weiteren deutschen Städten Demonstrationen statt.

Braunkohlenbagger, Windräder, in dicke Tücher gehüllte und teils maskierte Aktivisten stehen am Rand der Klippe im Wind und blicken in das Loch. Anlässlich der 27. UN-Klimakonferenz in Ägypten (COP27) fordern die Beteiligten einen Kohleausstieg in Deutschland, der mit der Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze vereinbar ist. Dafür muss das vom Abriss bedrohte Tagebaudorf Lützerath gerettet werden. Die Aachener Polizei rechnete im Vorfeld mit etwa 2.000 Demonstranten. Nach Angaben der Veranstalter demonstrierten rund 2.200 Menschen.

Kritik an der „Freifahrt“ für den Steinkohlenbergbau

Lützerath soll Ende Februar abgerissen werden. Es ist zum Symbol für viele andere Dörfer geworden, die bereits für den Braunkohleabbau abgerissen wurden. Organisationen wie „Lützerath Leben“ wollen einerseits das Dorf retten und kritisieren andererseits die Bundesregierung und die nordrhein-westfälische Regierung dafür, dass der RWE-Konzern 280 Millionen Tonnen Kohle im Tagebau Garzweiler II fördern darf. Diese Menge ist sechsmal mehr als erlaubt wäre, um die 1,5-Grad-Grenze des Pariser Klimaabkommens einzuhalten. Klimaverbände fordern die nordrhein-westfälische Landesregierung und die Bundesregierung auf, den Kohledeal zurückzuziehen und die erlaubte Kohlemenge deutlich zu reduzieren. Die Grünen Robert Habeck und Mona Neubaur sowie Markus Krebber von RWE legten kürzlich Zahlen zum Kohleengagement vor. Bis zu 280 Millionen Tonnen Kohle würden durch den vorzeitigen Kohleabbau verbrannt, während die gleiche Menge im Boden verbleiben würde.

2000 Demonstranten werden erwartet

Zur Demonstration am Samstag aufgerufen: All Villages Stay, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Campact, Fridays For Future Deutschland, Greenpeace Deutschland, Klima-Allianz Deutschland, Lützerath Lebt! und Naturschutzjugend NRW. Im Aufruf zur Demonstration heißt es: „RWE reißt dieser Tage Windräder ab, um noch mehr Kohle zu produzieren: Das zeigt Lützerath die ganze Absurdität der derzeitigen Energiepolitik.“ Samira Ghandour von Fridays for Future spricht auf der Pressekonferenz der Großdemonstration als jüngste Aktivistin vor dem sechs Meter hohen gelben Kreuz, dem Symbol, das Greenpeace zur Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze und dem Dorf Lützerath aufgestellt hat. . Sie sagt: “Wir bleiben hier, kämpfen und greifen an.” BUND-Chef Dirk Janssen sagte damals: „Es reicht nicht, den Kohleausstieg 2030 zu feiern, es kommt darauf an, wie viel wir bis dahin verbrennen.“

Protestaktion in ganz Deutschland

Heute finden in mehr als 20 Städten in Deutschland dezentrale Protestaktionen gegen den drohenden Abriss von Lützerath statt. In Aachen haben Aktivisten gestern Abend gelbe Kreuze an Laternenpfähle und Bäume in der Stadt verteilt. Die gelben Kreuze sollen den Erhalt von Lützerath symbolisieren.

Diese: wdr.de

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