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Bernhard Alpstaeg bezieht in einer Stellungnahme Stellung.
Am Samstag führte FCL-Mehrheitsaktionär Bernhard Alpstaeg Gespräche mit Minderheitsaktionär Josef Bieri. Es wurde hin und her zivilisiert. Über den Inhalt wurde jedoch Stillschweigen vereinbart.
Am Montagmorgen folgt das nächste Kapitel des FCL-Streits. Zunächst meldet sich Alpstaeg mit einem Statement zu Wort. Eine Pressemitteilung des Vorstands folgt wenig später. In seinem Brief stellt Alpstaeg einen Entwurf des künftigen FC Luzern vor und stellt klar, dass er nur einspringen wird, wenn es nicht so läuft wie er will. Aber genau das ist im Moment der Fall. “Auslöser für mein Eingreifen war, dass meine Vorschläge ignoriert wurden und mir sogar die Akteneinsicht verweigert wurde.”
Wolf und Meyer müssen weichen
Deshalb will Alpstaeg jetzt etwas ändern. Am Donnerstag will er bei der außerordentlichen Generalversammlung den gesamten Vorstand austauschen und dann die Geschäftsführung nach seinen Vorstellungen aufstellen. „Erfolg ist nur möglich, wenn jeder mit Engagement und Erfahrung und mit klar definierten Aufgaben und Kompetenzen an seine Arbeit herangeht. Dafür braucht man ein fähiges Management.“ Stefan Wolf, Remo Meyer und Co. passen daher in seinen Augen nicht mehr zusammen.
Der Vorstand ist da ganz anderer Meinung. Das liegt deutlich hinter ihrem Sportdirektor. «Der Verwaltungsrat hat die Arbeit von Remo Meyer stets akribisch beobachtet und mit einer Leistungsanalyse fachlich beurteilt.» Das bisher letzte Assessment fand Ende Mai statt und dieses „gibt Remo Meyer ein hervorragendes Arbeitszeugnis“. Deshalb lehnte der Verwaltungsrat die Forderung von Alpstaeg, Meyer zu entlassen, einstimmig ab.
Der Vorstand behauptet zudem, Alpstaeg habe dem Sportdirektor intern Korruption vorgeworfen und arbeite weiterhin mit denselben Spielerberatern zusammen. “Wir können auch diesen Vorwurf bestreiten und haben die nötigen Beweise.”
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Unterschiedliche Vorstellungen von Zusammenarbeit
In seinem Statement sagt Alpstaeg weiter, dass er klare Strukturen in der Arbeitswelt befürworte. „Der Eigentümer ist der Eigentümer und zieht die Grenze, der Präsident vertritt und der Vorstand überwacht. Der Geschäftsführer führt, der sportliche Leiter baut das Team auf und der Trainer führt das Team. Der Spieler trainiert und spielt.”
Der Verwaltungsrat ist derweil enttäuscht über das Verhalten von Alpstaeg. „Wir haben uns im Februar 2021 darauf geeinigt, künftig nur noch intern Gespräche zu führen und auf öffentliche Äußerungen zu verzichten. Diese Vereinbarung hat Alpstaeg am 2. Oktober mit dem Blick-Interview vom Sonntag einseitig gebrochen.
Alpstaeg will Mehrheitsaktionär bleiben
Im Clip hingegen und in der klaren Aussage von Alpstaeg gibt es einen Absatz, der Raum für Spekulationen lässt. “An ein Modell mit sogenannter breiter Abstützung und vielen Anteilseignern kann ich mich im Moment nicht gewöhnen.” Das “vorerst” deutet an, dass Minderheitsaktionär Bieri mit ihm darüber gesprochen hat.
Die aktuelle Eigentümerschaft ist dem Management, dem Vorstand und den Fans ohnehin ein Dorn im Auge. Die Protestbewegung «Zäme über 52%» fordert unter anderem die Abschaffung des Mehrheitsaktionärs und eine breitere Unterstützung des FC Luzern in der Region.
Aber bei Alpstaeg hat eine breite sportliche Aktionärsbasis so gut wie nie funktioniert. „Eine Stimme zu haben, aber keine Verantwortung zu übernehmen, wenn die Dinge unangenehm und schwierig werden, führt aus geschäftlicher Sicht selten zum Erfolg“, schreibt er.
Der Vorstand sieht das anders. „Wir haben eine klare Strategie, das strukturelle Defizit in zwei oder drei Jahren vollständig zu beseitigen und abhängig von den jeweiligen Anteilseignern aufzuhören. In Absprache mit Alpstaeg planten wir auch, seine Tochter Giulia ab September 2022 in den Vorstand aufzunehmen, um sie als ordentliches Mitglied zu wählen.“
Zudem bezeichnet der Verwaltungsrat die finanzielle Abhängigkeit des FC Luzern vom Alpstaeg als «ein Märchen». Sie kann nachweisen, dass der Mehrheitsaktionär seit seinem Umzug in die Swissporarena nur 24 Prozent aller Gesellschaftereinlagen inklusive Aktienkäufe bezahlt hat. Die Aktionäre Alpstaeg und Bieri zahlten jeweils nur ein mögliches Defizit, das zwei Jahre vor Corona nicht bestanden hatte.
Alpstaeg sieht den FCL als künftigen Spitzenklub
Am Ende seines Statements spricht Alpstaeg über die Vision des FCL. Er hat ehrgeizige Ziele. Zunächst solle der FC Luzern «ein Gewinnerteam werden». Mit anderen Worten: «Wir sollten zu den besten Schweizer Klubs gehören.» Darüber hinaus soll FCL zu einer etablierten Marke in der Region werden, die nationale und später sogar internationale Aufmerksamkeit und Respekt verdient.
Der aktuelle Verwaltungsrat hingegen kann sich keine Zukunft bei Alpstaeg vorstellen. „Nach all diesen Vorfällen ist es für uns unmöglich, gemeinsam mit Alpstaeg in die Zukunft zu gehen. Deshalb forderte ihn der Verwaltungsrat auf, seine Anteile zu verkaufen.»
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