Vitamin-D-Mangel erhöht das Risiko eines frühen Todes
Laut einer aktuellen Studie scheint ein Mangel an Vitamin D das Risiko eines vorzeitigen Todes signifikant zu erhöhen. Daher ist eine gute Versorgung mit Vitamin D auch für die Lebenserwartung von besonderer Bedeutung.
Ein Forschungsteam der University of South Australia hat anhand von Daten der UK Biobank mögliche Zusammenhänge zwischen einem niedrigen Vitamin-D-Status und dem Risiko eines vorzeitigen Todes untersucht. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Annals of Internal Medicine veröffentlicht.
Vitamin D wichtig für unsere Gesundheit
Vitamin D hat weitreichende Auswirkungen auf unsere Gesundheit, und ein Vitamin-D-Mangel kann unter anderem bei Herzerkrankungen, Depressionen und sogar Krebs eine Rolle spielen. Ein kausaler Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und Alzheimer konnte bereits nachgewiesen werden.
Zwar wird bei ausreichendem Kontakt unserer Haut mit Sonnenlicht ausreichend Vitamin D im Körper gebildet, jedoch reicht die Sonneneinstrahlung vieler Menschen hierzulande gerade in den Herbst- und Wintermonaten nicht aus, um einem Mangel vorzubeugen.
Forscher haben nun die Folgen eines Vitamin-D-Mangels auf das Risiko eines vorzeitigen Todes anhand von Daten von 307.601 nicht verwandten Teilnehmern der UK Biobank untersucht. Die Teilnehmer waren zu Studienbeginn zwischen 37 und 73 Jahre alt und alle 25-Hydroxyvitamin D (Vitamin D-Vorläufer)-Messungen und genetischen Daten waren verfügbar.
Darüber hinaus wurden die Gesamtmortalität und die ursachenspezifische Mortalität (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Atemwegserkrankungen) bis Juni 2020 erfasst, berichtet das Team. In den 14 Jahren der Nachbeobachtung traten 18.700 Todesfälle auf.
Das Sterberisiko sinkt bei einer guten Versorgung mit Vitamin D
Die weitere Analyse der Daten zeigte, dass das Sterberisiko mit steigender 25-Hydroxyvitamin-D-Konzentration (bis zum Richtwert von 50 nmol/L) stark abnahm.
„Die Wahrscheinlichkeit einer Gesamtmortalität in der genetischen Analyse war bei Teilnehmern mit einer gemessenen 25-(OH)D-Konzentration von 25 nmol/L im Vergleich zu 50 nmol/L um 25 Prozent erhöht“, informiert das Team.
Ein entsprechender Zusammenhang wurde laut den Forschern auch in Einzelanalysen zur Sterblichkeit durch Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Atemwegserkrankungen festgestellt.
Als Einschränkung ist zu erwähnen, dass die Studienpopulation ausschließlich aus weißen Europäern bestand, sodass die Behauptungen nicht zwangsläufig auf andere Bevölkerungsgruppen übertragbar sind. Aber die Studie spricht eindeutig für einen kausalen Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und dem Risiko eines frühen Todes.
Es werden Strategien gegen Vitamin-D-Mangel gesucht
Weitere Forschung ist erforderlich, um Strategien zu identifizieren, die eine gute Vitamin-D-Zufuhr erreichen und das Risiko eines vorzeitigen Todes im Zusammenhang mit niedrigen Vitamin-D-Spiegeln verringern können, sagen Experten.
Ein Ansatz könnte hier die Anreicherung von Lebensmitteln mit Vitamin D sein, wie sie in einigen Ländern bereits praktiziert wird. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) hat bereits berechnet, dass die Anreicherung von Lebensmitteln mit Vitamin D krebsbedingte Todesfälle deutlich reduzieren kann.
DKFZ-Experten weisen aber auch darauf hin, dass eine ausreichende Versorgung auch durch Sonneneinstrahlung erreicht werden kann. Sie empfehlen, zwei- bis dreimal pro Woche etwa zwölf Minuten in der Sonne zu sein. Gesicht, Hände und möglichst Teile der Arme und Beine sollten unbedeckt und ohne Sonnenschutz sein. (FP)
Autor und Informationsquelle
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Dieser Text entspricht den Anforderungen der medizinischen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien und aktuellen Studien und wurde von medizinischem Fachpersonal geprüft.
Quellen:
- Joshua P. Sutherland, Ang Zhou, Elina Hyppönen: Vitamin-D-Mangel erhöht das Mortalitätsrisiko in der UK Biobank – A non-linear Mendelian randomization study; in: Annals of Internal Medicine (veröffentlicht 25.10.2022), acpjournals.org
- Robert Koch-Institut (RKI): Antworten des Robert Koch-Instituts auf die häufigsten Fragen zu Vitamin D (veröffentlicht am 25. Januar 2019), rki.de
- Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ): Anreicherung von Lebensmitteln mit Vitamin D: Potenzial auch für die Krebsprävention (veröffentlicht am 23.05.2022), dkfz.de
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und sollte nicht zur Selbstdiagnose oder Behandlung verwendet werden. Sie kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.