Deutschland Ahmad Mansur
“Machtdemonstration des politischen Islam” – Scharfe Kritik am Aufruf des Kölner Muezzin
Stand: 11:22 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
“Wir müssen Alternativen schaffen für die, die wir für unseren Arbeitsmarkt brauchen”
Beim Flüchtlingsgipfel mit Innenminister Faeser gab es keine Einigung über Geld. Schließlich will der Bund mit noch mehr Immobilien helfen. Der Islamismus-Experte Ahmad Mansour fordert ein Umdenken in der Migrationspolitik: “Integration bedeutet nicht nur Sprache und Arbeit”, sagt Mansour.
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Die türkisch-islamische Union Ditib will bald einen Muezzin-Aufruf in Köln einführen. Der Psychologe Ahmad Mansour kritisiert es als “Demonstration der Macht des politischen Islam”. Dem Kölner Oberbürgermeister Reker wirft er Naivität vor.
Der Berliner Islamexperte Ahmad Mansour befürchtet “fatale Folgen” des geplanten Muezzin-Aufrufs in Köln. „Das ist eine Demonstration der Macht des politischen Islam“, sagte Mansour der Deutschen Presse-Agentur. Die Türkisch-Islamische Union Ditib konnte an diesem Freitag erstmals den Muezzin zum Gebet in die Zentralmoschee rufen.
Mansour, der in Israel in einer arabisch-palästinensischen Familie aufwuchs, ist Psychologe und Autor von Operation Allah: How Political Islam Wants to Undermine Our Democracy. Er veröffentlicht regelmäßig Gastbeiträge auf WELT und spricht mit seiner Frau Beatrice im Podcast „Ein Herz und ein Habibi“ über ihre binationale Ehe.
Er erinnerte daran, dass die Ditib der verlängerte Arm der türkischen Religionsbehörde in Ankara sei und Präsident Recep Tayyip Erdogan persönlich die Köln-Ehrenfelder Zentralmoschee eröffnet habe. “Es ist niederschmetternd, wenn ausgerechnet diese Organisation diese öffentliche Anerkennung erhält.” Die Kölner Initiative wird nicht nur bundesweit, sondern weltweit wahrgenommen.
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Köln hat angekündigt, dass Moscheegemeinden ihre Gläubigen auf Antrag und mit Auflagen zum Gebet rufen können. Die Stadt verweist auf die im Grundgesetz verankerte Freiheit der Religionsausübung. Während in den Kirchen die Glocken läuteten, um die Gläubigen zum Gottesdienst zu rufen, waren es in den Moscheen die Rufe des Muezzins.
“Ich sehe das anders”, sagte Mansour. “Beim Läuten der Glocken geht es um Klang, beim Ruf des Muezzins um bestimmte religiöse Botschaften.” Der Muezzin schreit, dass es keinen Gott außer Allah gibt und dass Muhammad sein Gesandter ist. “Das ist also ein deutlicher Unterschied zum bloßen Telefonieren.”
Auch wird leicht übersehen, dass viele junge Muslime in Deutschland zu schätzen wissen, dass Religion im öffentlichen Raum nicht so sichtbar ist wie in den islamischen Herkunftsländern ihrer Familien. “Sie finden es entspannend, sie finden es gut”, sagte Mansour. “Wenn du pünktlich zum Gebet sein willst, schalte einfach dein Handy ein.”
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Mansour kritisiert insbesondere, dass die Entscheidung von der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) ohne vorherige Diskussion einfach verkündet wurde. Das sind ganz grundsätzliche Fragen: „Welche Stellung hat der Islam in unserer Gesellschaft? Ist es wirklich dasselbe? Wenn dies der Fall ist, sollen Muslime auch Feiertage und mehr fordern können. Und genau das wird jetzt passieren: Die Konservativen fühlen sich bestätigt, sehen darin einen wichtigen Schritt zur Islamisierung Europas und werden immer mehr fordern.“ Natürlich sind alle für die Glaubensfreiheit. “Aber den Ruf des Muezzins einfach in diesen Zusammenhang zu stellen, ist sträflich naiv.”
In der Zentralmoschee der Ditib konnte der Muezzin ab Freitag (14. Oktober) über Lautsprecher zum Gebet rufen. Die Stadt Köln steht nach eigenen Angaben kurz vor dem Abschluss eines entsprechenden Vertrages mit der Ditib. In diesem Fall kann der Muezzin einmalig zwischen 12:00 und 15:00 Uhr für maximal fünf Minuten zum Freitagsgebet aufrufen. Da es sich um ein Pilotprojekt handelt, ist der Vertrag laut Stadtrat auf zwei Jahre befristet. Außerdem muss die Ditib die Anwohner mit einer Broschüre informieren und einen Ansprechpartner benennen.
Sie können Ahmad Mansour auch im Podcast „One Heart and One Habibi“ hören. Darin spricht er mit seiner Frau über die Vor- und Nachteile einer binationalen Ehe. Abonnieren Sie den Podcast auf Spotify, Apple Podcasts, Google Podcasts, Deezer, Amazon Music und mehr oder direkt per RSS.
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