Veröffentlicht am 9. Oktober 2022, 20:55 Uhr
Proteste breiten sich aus: Iranische Polizei stürmt Schule und nimmt Kinder fest
Im iranischen Kurdistan wurden Schulkinder von Sicherheitskräften festgenommen, die in nicht registrierten Fahrzeugen ankamen. Die Polizei setzt weiterhin alle verfügbaren Mittel gegen die Proteste ein.
Aufnahmen vom 9. Oktober 2022: Schulkinder gehen im ganzen Land auf die Straße, die Polizei reagiert oft mit Tränengas. In Bandarabbas im Süden des Iran jagte die Polizei Schulkinder.
20 Minuten / Twitter
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Sicherheitskräfte im iranischen Kurdistan sind am Sonntag gegen Schulkinder vorgegangen.
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Die Demonstrationen breiteten sich erneut auf Orte im ganzen Land aus.
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In der Nacht zuvor hackte eine Gruppe von Aktivisten eine Live-Nachrichtensendung im iranischen Staatsfernsehen.
Iranische Sicherheitskräfte drangen am Sonntag gewaltsam in einen Schulcampus im iranischen Kurdistan ein und verhafteten Schulkinder. Die Polizei sei mit Fahrzeugen ohne Kennzeichen an der Schule eingetroffen, wie The Guardian schreibt. Die Behörden schlossen am Sonntag auch alle Schulen und Universitäten im iranischen Kurdistan. Der Bericht der britischen Zeitung basiert auf Berichten in sozialen Medien.
Zusätzliches Filmmaterial zeigte Proteste am Sonntagmorgen an Dutzenden von Orten im ganzen Land, an denen Hunderte von Studenten teilnahmen. In einem auf Twitter geposteten Video ist zu sehen, wie Sicherheitskräfte Schulkinder – einige ohne Kopftuch – in Bandarabbas im Süden des Landes eine Straße entlang jagen. In anderen Städten werden junge Demonstranten von der Polizei mit Tränengas, Schlagstöcken und in vielen Fällen mit scharfer Munition angegriffen.
“Das Blut der Jugend ist in deinen Händen”
Die Proteste verbreiteten sich auch im Fernsehen. Am Samstagabend hackten Aktivisten der Gruppe Edalat-e Ali (Alis Gerechtigkeit) für einige Sekunden eine Live-Nachrichtensendung im iranischen Staatsfernsehen. „Das Blut der Jugend klebt an Ihren Händen“, war während der Nachrichtensendung zur Hauptsendezeit auf den Bildschirmen zu lesen. Fadenkreuze und Flammen waren über das Gesicht des Obersten Geistlichen Führers Ali Khamenei gelegt. „Mach mit und steh auf“, sagte eine Nachricht in der oberen rechten Ecke des Bildschirms.
Die iranischen Behörden haben das Internet blockiert, der Polizei erlaubt, gegen Proteste vorzugehen, und ausländische Gegner für die Unruhen verantwortlich gemacht. Die Demonstranten lassen sich von den staatlichen Vergeltungsmaßnahmen jedoch nicht einschüchtern.
Das volle Ausmaß der Proteste und die Reaktion der Regierung auf den Tod von Mahsa Amini bleiben unklar. Einer Zählung der Nachrichtenagentur AP zufolge, die auf staatlichen und staatsnahen Medienberichten basiert, gab es bis vergangenen Freitag mindestens 1.900 Festnahmen im Zusammenhang mit den Kundgebungen. Aus mindestens 50 Städten wurden Demonstrationen registriert.
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