Der ehemalige Bürgermeister der Ukraine kämpft jetzt an der Front gegen die Russen
Vom Putin-Fan zum Selensky-Verehrer
Der frühere Bürgermeister von Charkiw Michail Dobkin (52) war früher Putin-Fan. Doch seit Kriegsausbruch im Februar hat der Ex-Politiker eine spektakuläre 180-Grad-Wende vollzogen.
1/6
Vorbei sind die Zeiten, in denen Mikhail Dobkin Wladimir Putin nahe stand. Seine Tochter hat einige Bilder auf Instagram gepostet, um das zu beweisen.
Mikhail Dobkin (52), der frühere Bürgermeister der ukrainischen Stadt Charkiw, war einst ein großer Putin-Fan. Doch diese Zeiten sind für Politiker endgültig vorbei. Seit dem Einmarsch der Russen in die Ukraine hat Dobkin den Kurs geändert und steht nun komplett hinter Volodymyr Selenskyj (44).
„Er gehört uns, weil er bei uns geblieben ist. Und wir in der Ukraine stehen jetzt hinter ihm“, sagte er kürzlich in einem von ihm geposteten Video. Erstaunlich: Dobkin war lange Zeit nicht als Selenskis Freund bekannt. Seit Ausbruch des Krieges scheint sich dies jedoch geändert zu haben.
Früher gehörte er dem prorussischen Lager an
Um das zu beweisen, postete Dobkins Tochter kürzlich Fotos auf Instagram, die ihren Vater an vorderster Front zeigen. Auf einem zerstörten russischen Panzer in Militäruniform stehend, feiert er stolz die Erfolge des Ukrainekrieges. Mit “Ehre der Ukraine!” Tochter hat den Beitrag kommentiert.
Vor ein paar Jahren war das noch ganz anders. Denn Dobkin gehörte früher dem politischen Lager an, das einer Annäherung an Russland nicht abgeneigt schien. Es gab sogar eine Partnerschaft zwischen seiner ehemaligen Partei und Wladimir Putins “Einheitliches Russland”.
Er bezeichnete die ukrainischen Demonstranten als Clowns und Monster
Als sich der damalige ukrainische Präsident Wiktor Janukowitsch (72) im November 2013 weigerte, das Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union zu unterzeichnen und sich für eine Annäherung an Russland entschied, explodierte die Stimmung im Land.
Hunderttausende Ukrainer gingen auf die Straße und forderten Janukowitschs Rücktritt. Obwohl die Polizei damals mit aller Härte gegen die Demonstranten vorging, forderte Dobkin – damals Bürgermeister von Charkiw – die Sicherheitskräfte auf, noch härter vorzugehen, und nannte die Demonstranten Monster und Clowns.
Lange Liste der Verbrechen
Als Janukowitsch im Februar 2014 gestürzt wurde, musste auch Dobkin zurücktreten. Von einem stillen Rücktritt war jedoch keine Rede. Weil Dobkin während seiner Karriere eine lange Liste von Vergehen angehäuft hatte. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, die territoriale Integrität der Ukraine zugunsten Russlands verletzt zu haben. Auch Korruption und unerlaubte Bereicherung stehen auf dem Zettel des 52-Jährigen.
Eine Verurteilung konnte Dobkin jedoch aufgrund seiner Immunität als ukrainischer Abgeordneter immer vermeiden. Selbst jetzt, in Kriegszeiten, scheint sich niemand für seine kriminellen Machenschaften zu interessieren. (ced)