Das Vienna Metal Meeting kehrt mit einem starken Lebenszeichen zurück

8. Oktober 2022

Die Arena Wien öffnete wieder ihre Pforten für Fans der härtesten Klänge © APA/Lukas Wodicka

Nach zweijähriger Pause war es am Freitag wieder soweit: Die Arena Wien öffnete ihre Pforten für das Vienna Metal Meeting. Ein Dutzend Bands, hauptsächlich aus den Genres Death, Trash und Black Metal, heizten dem Publikum auf zwei Bühnen ein. Neben der österreichischen Post-Black-Metal-Figur Harakiri for the Sky sorgten vor allem Triptykon um den Schweizer Metal-Urgestein Thomas Gabriel Fischer für frühe Highlights.

Ganz in Schwarz gekleidet, die Kapuze tief in die Stirn gezogen, betrat Fischer mit seinen Bandkollegen die Bühne und sollte ohne viel Tamtam für ein 75-minütiges Metal-Gewitter sorgen. Einer langsamen, atmosphärisch gelungenen Einstiegsnummer folgten schnell schnellere, härtere Sachen. Die Band oszilliert gekonnt zwischen Doom, Death, Thrash und Black Metal und versteht es, düstere Klänge zu hinterlassen, die dazu einladen, sich mühelos in groovige Passagen zu bewegen. Die Gitarren sind heavy, der Bass geht durch Mark und Bein und Fischer sorgt mit seiner markanten tiefen Stimme für das i-Tüpfelchen.

Der Anführer ist kein Unbekannter in der Szene. 1982 gründete er die Band Hellhammer, bald darauf gründete er Celtic Frost und sollte die Entwicklung des Death- und Black-Metal-Subgenres beeinflussen. Historisch bewusst beschränkte sich Fischer nicht auf Triptykons Lieder, sondern bot dem Publikum eine Zeitreise durch vier Jahrzehnte seines musikalischen Schaffens. So ernst und präzise er sich auf die Musik konzentrierte, fast wie ein Zeremonienmeister, brachte er es immer wieder fertig, mitfühlend zu lächeln, wenn er mit seinen Begleitern spielte. Triptykon beschloss die Performance mit dem 19-minütigen Werk „The Prolonging“ und bewies damit, wie einfach es ihnen fällt, die Intensität aufrechtzuerhalten. „Du musst aufpassen. Wenn du so nett bist, kommen wir wieder“, schmunzelte Fischer. Bitte.

Am frühen Abend stand bereits ein Heimspiel der Band Harakiri for the Sky an. Die Midtempo-Post-Black-Metal-Band konnte sich mit ihrer Kombination aus treibendem Schlagzeug, melancholischen Gitarrenriffs und depressiven Texten seit ihrer Gründung im Jahr 2011 stetig eine größere Fangemeinde erarbeiten. Die Band um Matthias Sollak (MS) und Michael Kogler ( JJ) ist kürzlich von einer Tour durch Süd- und Mittelamerika zurückgekehrt. Auch in den deutschen Album-Charts erreichten sie mit ihrem aktuellen Album „Mære“ Platz vier. „Es macht einen stolz, etwas geschaffen zu haben, das von den Menschen nicht unbemerkt bleibt“, sagte Kogler im APA-Interview.

Und zu dem Zeitpunkt war nicht klar, ob sie überhaupt ihr erstes Album veröffentlichen würden. „Für uns war es eher eine Katharsis“, erinnert sich Sollak. Damals steckte das Post-Black-Metal-Genre noch in den Kinderschuhen. „Auf den ersten beiden Alben hat es gereicht, eine Mischung aus Postrock und Black Metal zu spielen. Später haben wir alles eingebaut, was uns glücklich macht“, sagt Kogler. Dass Black Metal immer mehr zerrissen wird, stört beide nicht. “Das ist das Schöne daran”, sagte Sollak. „So elitär und engstirnig Black Metal manchmal wirken kann, hat er sich doch nie vor äußeren Einflüssen verschlossen. Deshalb ist er immer noch so beliebt“, sagt Kogler.

Die beiden scheuen sich nicht, Fans mit Experimenten umzuhauen. „Wer nichts versucht, hat sowieso schon verloren. Das muss man selbst realisieren, sonst geht es schnell bergab“, sagte Sollak. Was das Subgenre für Kogler attraktiv macht, ist „sowohl der Nachhall als auch die Melancholie möglich“. Auf dem nächsten Album wird es wahrscheinlich auch viele davon geben. „Die Ideen sind da, sie müssen nur sortiert werden“, bat Sollak um etwas Geduld.

Wer am Freitagabend einen Ausflug weg von der Dunkelheit suchte, wurde bei der US-Thrash-Metal-Band Vector fündig. Mit seiner schnellen und technischen Spielweise ließ er dem Publikum kaum eine Atempause. Sogar ein als „leise“ beworbener Song wurde auf eine Geschwindigkeit hochgefahren, die fast einem Schlagzeuger und Gitarristen leid tun könnte. Die teils komplexen Nummern, aber nicht zu vergessen die groovigen Passagen, wurden begleitet vom schrillen Gesang der Sängerin, deren Gesicht die Freude über den Beifall des Publikums zeigte.

Das Vienna Metal Meeting findet heuer erstmals an zwei Tagen statt. Am heutigen Samstag treten insgesamt 14 Bands auf, als Protagonist ist die Schweizer Band Samael vorgesehen. Gaahls Wyrd um den norwegischen Black-Metal-Urgestein Gaahl (Gorgoroth, God Seed), die Death-Metal-Formation Asphyx oder die zwischen Black- und Folk-Metal angesiedelte Band Saor dürften für weitere Highlights sorgen.

vienametalmeeting.com

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