Affenpocken – Eine Krankheit mit Stigma – erklärt ein Betroffener

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Affenpocken treten am häufigsten bei Männern auf, die Sex mit Männern haben. Nach der Ansteckung fühlten sich die Betroffenen ignoriert und fragen sich: „Würden Menschen mit Infizierten anders umgehen, wenn das Virus die gesamte Bevölkerung beträfe?“

“Man wird nicht einfach für schwul erklärt”, erklärt Benjamin Hampel, Oberarzt am Checkpoint Zürich. Zeitweise wurden hier bis zu 40 Prozent aller positiven Fälle von Affenpocken in der Schweiz gefunden.

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Bildunterschrift: Benjamin Hampel hat bereits viele Menschen mit Affenpocken behandelt. Auch wenn es Gründe gab, warum sich das Virus zunächst in der MSM-Community verbreitete, könnte es laut Hampel auch eine andere Community betroffen haben. SRF

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Bildunterschrift: Fabian hatte Pocken: Er hatte Glück, sagt Fabian, anderen wäre es viel schlimmer ergangen. Besonders schwierig für ihn war, dass ihm niemand genau sagen konnte, was er zu tun hatte. Er fühlte sich allein. SRF

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Bildunterschrift: Auch wenn die meisten in seinem Umfeld gut reagiert hätten, manche hätten ihm klar gemacht, dass er selbst schuld an der Infektion sei, sagt Fabian. SRF

Die öffentliche Meinung ist seit langem der Ansicht, dass Affenpocken diejenigen betreffen, die viele verschiedene Partner haben. „Gleichzeitig outet man sich als dieser Gruppe zugehörig“, so Hampel weiter. Dies führt zu Stigmatisierung.

Affenpocken vs. AIDS

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Betroffene von Affenpocken fühlen sich an die Anfänge von Aids erinnert. AIDS bedeutete auch einen erzwungenen Ausstieg als Mann, der Sex mit Männern hat (MSM). Gleichzeitig nehmen einige MSM auch ein mangelndes Interesse der breiten Öffentlichkeit wahr. Dasselbe geschah in den 1980er Jahren mit AIDS-Betroffenen, die von der breiten Öffentlichkeit im Stich gelassen wurden.

Aus medizinischer Sicht sind die beiden Erkrankungen jedoch nicht vergleichbar. Im Gegensatz zu AIDS sind Affenpocken extrem selten und es gibt bereits einen Impfstoff. Stattdessen war Aids früher ein Todesurteil, ab 1990 (bis 2020) starben laut Bundesamt für Statistik (BFS) in der Schweiz 5243 Menschen an Aids.

Ein Gefühl, das Fabian gut kennt. Im August rief ihn der Sanitätsdienst des Kantons an. Der Affenpockentest war positiv. Seine Umgebung reagierte anders. „Die meisten sagten ‚Armes Mädchen!‘, aber einige meinten auch ‚Du musst nicht mit allen schlafen‘.“

In der Tat falsch benannt

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Bildunterschrift: Eine Hand mit Pockenpusteln vom Affen SRF

Affenpocken haben ihren Namen, weil das Virus 1958 erstmals bei Affen nachgewiesen wurde. Aber Affen sind wie Menschen sogenannte falsche Wirte. Die Forschung ist sich immer noch nicht einig über den tatsächlichen Wirt, aber Nagetiere werden vermutet. Die Weltgesundheitsorganisation will den Namen der Affenpocken ändern. Um Diskriminierung zu vermeiden, dürfen Viren und Krankheiten keine Namen von Tieren, Ländern oder Orten enthalten. Die WHO sammelt derzeit Vorschläge.

Aber Hampel betont: „Je länger das Virus schon da ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich alle anstecken.“

“SRF-Auswirkung”

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Bildunterschrift: SRF

So verrückt und komplex sie auch ist, wir wollen die Welt verstehen und schauen. Wir berichten und zeigen, was wirklich los ist. Unsere Gastgeber Amila Redzic, Livio Carlin und Michelle Feer nehmen Sie mit. Gönnen Sie sich einen tiefen Tauchgang, Zweifel und Lichtblicke.

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