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Schweizer Piloten protestieren am Donnerstag in Kloten ZH.
Samuel Walder, Patrik Berger
Das Wetter könnte nicht passender sein: Am Donnerstagnachmittag startete bei bewölktem Himmel in Kloten ZH eine Demonstration von 400 Schweizer Piloten. Sie sind alle in Dunkelheit gekleidet. Mit Pilotenmütze und leichter Weste. In Zweierreihe sind sie auf dem Weg zum Schweizer Hauptsitz. „Qualität braucht gute Arbeitsbedingungen“ oder „Familie und Beruf, nicht Familie und Beruf“, lauten die Schilder, die sie tragen. Leise
Wut ist groß. Ab dem 1. April 2022 fliegen Lufthansa-Tochterpiloten ohne gültigen Tarifvertrag. Die Streikdrohung am 17. Oktober – mitten in den Herbstferien – steht im Raum. Damit erhöhen die Piloten den Druck auf die Schweiz, ihr GAV-Angebot wieder zu verbessern. Vor zwei Wochen lehnten Piloten ein verbessertes Angebot der Airline für einen GAV vehement ab.
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Es gibt keine Planbarkeit
Im Mittelpunkt der Anforderungen stehen Arbeitsbedingungen und Planbarkeit. „Wenn ich erst am 25. des Monats weiß, ob ich mein Kind Anfang nächsten Monats betreuen kann, geht das nicht“, sagt Thomas Steffen, Pilot und Sprecher der Gewerkschaft Aeropers. Auch sollen laut Steffen Krankheitstage mit freien Tagen verrechnet werden.
Viele der Rider, mit denen Blick über den Umzug spricht, teilen eine ähnliche Ansicht. „Wir haben sehr unregelmäßige Einsätze, sind oft unterwegs“, sagt ein Pilot, der namentlich nicht genannt werden möchte. Am Ende leidet die Gesundheit unter dem Arbeitstag. “So kann es nicht weitergehen”, sagt ein anderer Pilot.
So reagiert die Schweiz: «Lösungen findet man nur am Verhandlungstisch» (01:27)
Auch die Piloten sind unzufrieden mit ihrem Lohn. Ein Pilot kommt mit einem Jahresgehalt von rund 70’000 Franken in die Schweiz. Piloten mit langjähriger Erfahrung verdienen bis zu CHF 220’000. Aber: „Die Inflation wurde in den letzten vier Jahren nicht berücksichtigt“, sagt Steffen.
Jetzt soll endlich eine Lösung auf dem Tisch liegen. „Es ist mehr als ein Jahr her, dass wir uns mit den Schweizern geeinigt haben“, kritisierte Aeropers-Präsident Clemens Kopetz. Deshalb wollten Sie mit dem heutigen Protestmarsch ein Zeichen setzen.
Die Piloten präsentieren ihre Forderungen am Hauptsitz in der Schweiz. Dass diese von CEO Dieter Vranckx (47) persönlich nicht akzeptiert werden, ärgert viele. Führungskräfte werden ausgebuht. Die Veranstaltung, die in der Freizeit der Piloten stattfand, wird dann aufgelöst.
Noch ein Gespräch mit Vranckx?
Der Protestmarsch hinterlässt Spuren in der Schweiz. „Wir respektieren dieses Ereignis und nehmen seine Botschaft an“, sagt Oliver Buchhofer (45), Chief Operating Officer von Swiss. Aber er glaubt, dass sie wichtige Gespräche am Verhandlungstisch führen sollten. “Wir können auch eine solche Lösung finden.”
Schon vor der Demonstration rückten die Schweizer auf die Piloten zu. Die Airline hat überraschend einem Treffen zwischen Vranckx und dem Präsidenten der Pilotengewerkschaft zugestimmt. Im Gegenzug verlangt die Airline, dass die Piloten bis Ende Oktober nicht streiken. Die Fahrer wollen das Angebot wieder ausschlafen.
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