Energiekrise: Grünen-Chef Lang hofft, dass seine Partei für den Atomausbau stimmt

Deutschlands Energiekrise

Grünen-Chef Lang hofft, dass seine Partei für die Atomdehnung stimmen wird

Ab: 00:12 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Ricarda Lang, Bundespräsidentin von Bündnis 90/Die Grünen

Quelle: dpa/Moritz Frankenberg

Mitte Oktober findet die Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen statt. Chefin Ricarda Lang geht davon aus, dass der geplante Streckenbetrieb der Kernreaktoren Isar 2 und Neckarwestheim genehmigt wird.

Nach Einschätzung ihrer Parteichefin Ricarda Lang werden die Grünen dem geplanten Betrieb der Atomreaktoren Isar 2 und Neckarwestheim mit großer Mehrheit zustimmen. “Ich gehe davon aus, dass der Parteitag diesen Weg der operativen Zurückhaltung mit großer Geschlossenheit gehen wird”, sagte Lang dem Deutschen Redaktionsnetzwerk (RND, Freitagsausgaben) vor der für Mitte Oktober geplanten Bundesdelegiertenkonferenz seiner Partei

„Bei Bedarf werden wir Isar 2 und Neckarwestheim 2 nutzen, um die Stabilität des Netzes zu gewährleisten. Wenn es nicht erforderlich ist, verzichten wir darauf“, sagte Lang. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sagte am Dienstag, er halte es für notwendig, die Kernkraftwerke Isar 2 und Neckarwestheim im ersten Quartal 2023 weiter zu betreiben.

Als Begründung führte er die Versorgungssituation in Frankreich an, wo mehr als die Hälfte der Atomkraftwerke nicht ans Netz gehen. Dadurch fehlte Strom, den Deutschland zum Teil mit Strom aus Gaskraftwerken ausgleicht.

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Die aktuellen Probleme in französischen Kernkraftwerken zeigten einmal mehr, dass die Kerntechnik keine Zukunftstechnologie sei, sagte Lang. Eine Laufzeitverlängerung, wie sie Koalitionspartner FDP und Union forderten, schloss der Grünen-Chef aus: “Wir bekommen keine neuen Brennstäbe, es gibt keine Rückkehr zur Atomkraft.”

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Habeck hatte sich mit den Betreibern der beiden Kernkraftwerke auf ein Standby-Betriebskonzept geeinigt. Demnach sollen Isar 2 und Neckarwestheim nach Ende ihrer normalen Lebensdauer am 31. Dezember in eine Betriebsreserve überführt werden und bereit sein, einen drohenden Engpass des Stromnetzes in Süddeutschland zu vermeiden. Damit würde das dritte noch am Netz befindliche Kraftwerk Emsland in Niedersachsen wie geplant zum Jahresende abgeschaltet.

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