Per Notstandsgesetz: Die Grimsel-Staumauer muss schnell um 23 Meter erhöht werden

Veröffentlicht am 26. September 2022, 19:54

Per Notstandsgesetz: Die Grimsel-Staumauer muss schnell um 23 Meter erhöht werden

Um die Stromproduktion zu steigern, umgeht das Parlament den Rechtsweg und will ein Notstandsgesetz zum Ausbau der Staumauer verabschieden.

1/4

Die Grimsel-Staumauer wird 23 Meter hoch.

20min/Matthias Spicher

Das hat das Parlament am Montag entschieden.

20min/Matthias Spicher

Der Antrag für den Ausbau der Grimselsperre wurde von SVP-Nationalrat Albert Rösti eingebracht.

20 Minuten/Simon Glauser

  • Der Grimseldamm muss per Notstandsgesetz um 23 Meter erhöht werden.

  • Der Vorschlag kam von SVP-Nationalrat Albert Rösti, der auch Präsident des Verbandes Wasserwirtschaft ist.

  • Umweltverbände wehren sich seit Jahren erbittert gegen den Ausbau des Staudamms.

Der Nationalrat hat beschlossen, die üblichen Rechtsverfahren für den Ausbau des seit Jahren gesperrten Stausees Grimsel teilweise zu unterlaufen. In einem dringenden Bundesgesetz hat der Rat am Montagabend weitgehend Freifahrt für eine rasche Erhöhung der Staumauer um 23 Meter erteilt, berichtet der «Tages-Anzeiger».

Damit würde der bestehende 90 Jahre alte Stausee am Grimselpass um 75 Prozent erweitert. Allerdings räumt das Parlament der Stromerzeugung Vorrang vor dem Umweltschutz ein. FDP-Nationalrat Matthias Jauslin kritisiert gegenüber dem Tages-Anzeiger, das Parlament wirke “praktisch gleichzeitig als Legislative, Exekutive und Judikative”.

Aeschi hält die Vorlage für verfassungswidrig

Erst vor zehn Tagen hat der Ständerat entschieden, die üblichen Bewilligungsverfahren für den Bau alpiner Grosssolarkraftwerke teilweise bis Ende 2025 auszusetzen. Der Nationalrat hat diesen Beschluss auf die Wasserkraft ausgeweitet. Das Gesuch wurde von SVP-Nationalrat Albert Rösti in die vorläufige Beratungskommission eingebracht. Er ist Präsident der Association for Water Management, also der Wasserkraftlobby.

Der Chef der Rösti-Fraktion, Thomas Aeschi, hält die Vorlage dagegen für verfassungswidrig, wie er laut «Tages-Anzeiger» den Gemeinderat kritisierte. Mit dem Notstandsgesetz habe das Parlament “eigentlich die gleiche Baugenehmigung erteilt”. Schweizer Umweltverbände kämpfen seit Jahren gegen den Ausbau des Staudamms und haben immer wieder Einwände dagegen erhoben.

Am Dienstag wird die Vorlage erneut dem Ständerat vorgelegt. Wenn er die letzten kleinen Änderungen vom Nationalrat akzeptiert, ist das Sondergesetz beschlossene Sache. Sie soll am kommenden Samstag in Kraft treten.

Verpassen Sie keine Neuigkeiten mehr

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News mehr zum aktuellen Weltgeschehen. Holen Sie sich jeden Tag das Wichtigste kurz und prägnant direkt in Ihr Postfach.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *